Matekaffee statt Kaffee: Hof Birkenkamp setzt auf Trend-Getränk aus Paraguay
Matekaffee statt Kaffee: Neuer Trend auf Hof Birkenkamp

Vom Messetrubel auf den Hof: Wie Matekaffee nach Mecklenburg-Vorpommern kam

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim zeigt sich, wie wertvoll Netzwerkarbeit für kleine Unternehmen sein kann. Das Gründerinnen-Netzwerk und das Partner-Netzwerk „Für Leib und Seele“ des Biosphärenreservatsamts Schaalsee-Elbe bieten Start-ups und Betrieben eine Plattform zur öffentlichen Präsentation. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin entstand dabei eine besondere Verbindung, die nun frischen Schwung in ein Hofcafé in Mecklenburg-Vorpommern bringt.

Eine Begegnung mit Folgen

Jenny Dietel vom Lebenshof Birkenkamp in Bresegard bei Picher und Leonie Tessenow aus Pinnow trafen sich in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle. Dietel präsentierte ihren Hof am Stand der Biosphärenreservate Schaalsee-Elbe, während Tessenow als Gründerin ihren löslichen Tekoha Bio-Matekaffee vorstellte. „Ich habe mich sofort in den Matekaffee verliebt“, erinnert sich Dietel begeistert.

Der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Kaffee liegt in der Wirkungsweise. „Beim Matekaffee schießt das Koffein nicht sofort ins Blut, sondern der Körper muss sich die Wirkung quasi erarbeiten“, erklärt Tessenow. Dadurch entfaltet sich das enthaltene Koffein langsamer, hält dafür aber länger an. Ally Brandt, die gemeinsam mit Jenny Dietel das Angebot von Hof Birkenkamp in Berlin präsentierte, bestätigt: „Das hat mich bei der Messe gerettet, denn so ein Tag am Stand ist toll und spannend, aber auch anstrengend.“

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Wurzeln in Paraguay, Heimat in Mecklenburg

Leonie Tessenow brachte die Idee für den Matekaffee aus Südamerika mit. „Ich bin in Paraguay aufgewachsen und mit 18 Jahren nach Deutschland gezogen. Mit Tekoha verbinden sich für mich meine Wurzeln mit meinem Zuhause in Mecklenburg-Vorpommern“, erzählt die gelernte Erzieherin, die zusätzlich Wirtschaftspsychologie studiert hat.

Der Name Tekoha stammt aus der indigenen Sprache der Guarani und bedeutet „Wo das Ich beheimatet ist“. Bei dem Getränk handelt es sich um ein Pulver aus gerösteten Mateblättern, das in Paraguay von kleinen Bio-Familienbetrieben hergestellt wird. Tessenow kennt diese Betriebe persönlich und legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und faire Bezahlung: „Mir ist es wichtig, dass die Produktion nachhaltig ist und fair bezahlt wird.“

Perfekte Passform für den Lebenshof

Diese Philosophie passt ideal zum Konzept des Lebenshofs Birkenkamp. „Bei uns leben ehemalige Nutztiere, die uns bei unseren pädagogischen Angeboten unterstützen“, erläutert Dietel. Für das Hofcafé, das an Wochenenden von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist, sucht sie kontinuierlich nach neuen, regionalen und nachhaltig produzierten Produkten.

„Der Matekaffee ist ein tolles Getränk für Menschen, die das Röstaroma von Kaffee mögen, diesen aber nicht so gut vertragen“, beschreibt Dietel die Vorteile. Der Grund liegt in der Säurearmut des Matekaffees. Zusätzlich enthalten Mateblätter wertvolle Antioxidantien, Zink, Magnesium und Vitamine. Ally Brandt, die selbst unter einer Histaminunverträglichkeit leidet, bestätigt: „Ich habe eine Histaminunverträglichkeit, wegen der ich keinen Kaffee vertrage, aber bei Leonies Matekaffee habe ich bisher keine Probleme.“

Die Zusammenarbeit zeigt, wie Netzwerkarbeit im ländlichen Raum innovative Ideen fördern kann. Während auf Hof Birkenkamp weiterhin Autorenlesungen im Alpakastall stattfinden und pädagogische Angebote mit Tieren angeboten werden, bereichert nun der Matekaffee aus Paraguay das Sortiment – ein Getränk, das nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch eine Geschichte der Verbindung zwischen Kontinenten und Kulturen erzählt.

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