Archäologische Sensation: Über 130 Schiffswracks in der Straße von Gibraltar entdeckt
Über 130 Schiffswracks vor Gibraltar entdeckt

Archäologische Sensation in der gefährlichen Meerenge

Die Straße von Gibraltar hat seit Urzeiten zahlreiche Schiffe verschlungen. Jetzt haben spanische Forscher damit begonnen, diese historischen Wracks systematisch zu suchen und zu dokumentieren. In einem dreijährigen Projekt wurden insgesamt 151 archäologische Objekte entdeckt, bei 134 davon handelt es sich um versunkene Schiffe.

Zeugnisse aus drei Jahrtausenden

Die Funde erzählen faszinierende Geschichten von Handel, Migration und kriegerischen Auseinandersetzungen. Das älteste der dokumentierten Schiffe stammt aus punischer Zeit und wurde auf das fünfte Jahrhundert vor Christus datiert. Besonders bedeutsam sind drei mittelalterliche Schiffe, die Aufschluss über die Spätphase der maurischen Herrschaft in Spanien geben könnten.

Zu den wichtigsten Entdeckungen gehört auch ein spanisches Kanonenboot aus dem 18. Jahrhundert. Diese kleinen, wendigen Boote, mit denen die Spanier seinerzeit Angriffe auf britische Schiffe unternahmen, sind zwar historisch bekannt, wurden aber archäologisch bislang kaum untersucht.

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Einzigartige Konzentration historischer Schiffe

"Dies ist einer jener Engpässe, die Schiffe schon immer passieren mussten", erklärt der am Projekt Herakles beteiligte Archäologe Felipe Cerezo Andreo. "Sei es auf Handelsschifffahrtsrouten, Entdeckungsreisen oder aufgrund bewaffneter Konflikte."

Die Straße von Gibraltar weist eine außergewöhnliche Konzentration und Vielfalt an archäologischen Überresten auf. "Wir haben niederländische, venezianische, spanische und natürlich englische Schiffe - Schiffe praktisch jeder Nationalität", so Cerezo weiter. Alle diese Schiffe passierten die Meerenge, entweder auf Handelsrouten in den Atlantik oder auf dem Weg ins Mittelmeer.

Dokumentation und Schutz der Fundstätten

Bislang konnten 34 der Wracks identifiziert werden. Die Forscher hoffen nun, dass die spanischen Behörden Schritte zum Schutz und Erhalt dieser einzigartigen Unterwasserfundstätten unternehmen werden.

"Das Meer ist voller Geschichten, Geschichten von Menschen, die sich auf Schiffen bewegten, von denen einige untergingen", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie. Die Erforschung dieser Stätten liege in der Verantwortung von Unterwasserarchäologen, während ihre Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit eine gemeinsame Aufgabe aller darstelle.

Die Straße von Gibraltar erweist sich damit nicht nur als gefährliche Passage für die moderne Schifffahrt, sondern auch als einzigartiges Unterwasserarchiv der europäischen und mediterranen Geschichte.

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