Gestrandeter Buckelwal in Wismarbucht: Greenpeace setzt auf Selbstbefreiung
Buckelwal in Wismarbucht: Greenpeace hofft auf Selbstbefreiung

Gestrandeter Buckelwal in Wismarbucht: Greenpeace setzt auf Strategie der Geduld

In der Wismarbucht hat sich erneut ein dramatisches Naturschauspiel ereignet: Ein Buckelwal ist am Samstagnachmittag gestrandet, südlich der Insel Walfisch. Diesmal verzichten die Einsatzkräfte zunächst auf eine direkte Rettungsaktion und setzen stattdessen auf eine Strategie der Geduld. Die Organisation Greenpeace koordiniert dabei eng mit anderen Akteuren wie dem Deutschen Meeresmuseum.

„Dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien“

Der Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace erläuterte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Entscheidung: „Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien.“ Diese Absprache sei mit allen Beteiligten getroffen worden. Maack, der selbst am Samstag im Schlauchboot in der Nähe des gestrandeten Tieres positioniert war, beobachtete weiterhin Aktivitäten des Wals: „Der Wal macht nach wie vor Anstalten loszuschwimmen.“

Die geografischen Gegebenheiten sprechen dabei durchaus für eine mögliche Selbstbefreiung. Im Vergleich zum Timmendorfer Strand, wo der Buckelwal zuvor festsaß und das Wasser nur etwa einen Meter tief war, ist die Umgebung der Sandbank in der Wismarbucht deutlich tiefer. Dies könnte dem Tier bessere Manövriermöglichkeiten bieten.

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Rückzug der Boote und nächtliche Überwachung

Konsequent zogen sich alle Boote aus dem unmittelbaren Bereich zurück. Maack betonte: „Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen.“ Der aktuelle Zustand des Wals sei schwer einzuschätzen und hänge maßgeblich von Faktoren wie der Verfügbarkeit von Nahrung und dem Stresslevel des Tieres ab.

Für die Nacht bleibt die Wasserschutzpolizei vor Ort, um den Wal kontinuierlich im Auge zu behalten. Am Sonntag planen die Experten, planmäßig in die Bucht zurückzukehren, um die Situation neu zu bewerten. Eine Biologin des Deutschen Meeresmuseums wies darauf hin, dass die Wetterverhältnisse am Samstagnachmittag ohnehin ungünstig für Rettungsaktionen gewesen seien. Zudem stand die Dunkelheit bevor, was weitere Maßnahmen erschwert hätte.

Hoffnung auf natürliche Lösung

Die Entscheidung, dem Wal zunächst Raum für eine eigenständige Befreiung zu geben, spiegelt ein behutsames Vorgehen wider, das das Wohl des Tieres in den Mittelpunkt stellt. Alle Beteiligten hoffen, dass der Buckelwal die Gelegenheit nutzen kann, um zurück in tiefere Gewässer zu gelangen. Die Entwicklung bleibt spannend und wird weiterhin genau beobachtet.

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