Amphibienkonzerte im Uckermärkischen Seenland: Ranger führen zu Balzrufen
Im Naturpark Uckermärkische Seen erfüllen derzeit stimmgewaltige Frühlingsboten die Luft mit ihren einzigartigen Klängen. Die Ranger der Naturwacht Brandenburg laden Naturbegeisterte zu besonderen Abendtouren ein, um die faszinierende Balz von Amphibien wie Moorfrosch und Rotbauchunke live zu erleben. Insgesamt 25 geführte Exkursionen haben die Experten im Rahmen des „Brandenburger Konzertfrühlings“ vorbereitet, darunter zwei spezielle Radtouren am 23. April und 9. Mai jeweils von 17 bis 20 Uhr.
Stimmgewaltige Frühlingsboten in Aktion
„Wenn die Natur aus der Winterruhe erwacht, drängen allerorts liebestolle Sänger auf die Bühnen“, erklärt Rangerin Katrin Lange, die die Touren in der Zehdenicker Tonstichlandschaft leitet. „Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Vögel, die ihre Brutreviere lautstark markieren. In den Gewässern machen Kröten, Unken und Frösche dicke Backen, um potenzielle Partnerinnen zu beeindrucken.“
Besonders spannend: Jeder männliche Amphibie entwickelt dabei seinen eigenen charakteristischen Ruf. Während Moorfrösche mit tiefen, gutturalen Tönen um Weibchen werben, setzen Rotbauchunken auf höhere, melodischere Klänge. Diese individuellen „Amphibien-Tonleitern“ lassen sich während der dreistündigen Radtour an verschiedenen Gewässern besonders gut beobachten und belauschen.
Praktische Informationen zur Teilnahme
Die Tour startet ab 17 Uhr vom Bahnhof Zehdenick (Mark) und führt vorbei an malerisch gelegenen Wiesen und Teichen. Für die Teilnahme ist Folgendes erforderlich:
- Ein funktionstüchtiges Fahrrad
- Bequeme, wetterangepasste Kleidung und festes Schuhwerk
- Optional: Fernglas oder Spektiv für bessere Beobachtungsmöglichkeiten
Die Führungen der Naturwacht sind kostenfrei. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erhält besondere Anerkennung vom Ranger-Team. Die Anmeldung ist bis zum 21. April unter der Telefonnummer 039888 43517 oder per E-Mail an naturwacht-uckermark@lfu.brandenburg.de möglich.
Hintergrund: Die Naturwacht Brandenburg
Seit 1991 arbeiten die Ranger der Naturwacht Brandenburg in 15 Nationalen Naturlandschaften des Landes als Mittler zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.750 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern.
Die 90 Ranger setzen in Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg. Gleichzeitig sind sie Ansprechpartner für alle, die in den Schutzgebieten leben, arbeiten oder zu Gast sind. Jährlich begleiten sie etwa 9.500 Interessierte auf mehr als 460 geführten Touren und teilen ihr Wissen über die heimische Flora und Fauna.
Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Organisation unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg und stärkt damit nachhaltig den Naturtourismus in der Region.



