Naturfotograf erwischt fast komplettes Wolfsrudel bei Hintersee am helllichten Tag
Fotograf erwischt Wolfsrudel am helllichten Tag bei Hintersee

Naturfotograf erwischt fast komplettes Wolfsrudel bei Hintersee am helllichten Tag

Was als entspannter Sonntagsausflug begann, entwickelte sich für den Naturfotografen Andreas Buchholz zu einer kleinen Sensation. Bei herrlichem Winterwetter und klarer Luft zog es den Ahlbecker wie viele andere hinaus ins Freie. Doch was ihm zwischen Hintersee und Gegensee vor die Linse lief, ließ ihn später sprachlos zurück.

„Wie ein Schäferhund ohne Halsband“

„Ich war in Glashütte, Borken und Grünhof unterwegs“, erzählt Buchholz dem Nordkurier. Ursprünglich suchte er nach einem neuen Biber-Spot für das Frühjahr, beobachtete einige Greifvögel und genoss einfach die Fahrt durch die winterliche Landschaft. „Dann stand plötzlich zwischen Hintersee und Gegensee ein Tier auf der Fläche, das aussah wie ein Schäferhund ohne Halsband“, schildert der Fotograf die erste Begegnung.

Hinter einigen Kuschelkiefern hielt er an und pirschte sich vorsichtig heran. Schnell wurde klar: Es handelte sich um einen Wolf – und dieser war nicht allein. Am Rand des Fenns standen weitere Tiere der gleichen Art. Buchholz gelangen einige Schnappschüsse, doch das volle Ausmaß seiner Entdeckung sollte sich erst später offenbaren.

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Die überraschende Erkenntnis am Computer

Erst zuhause am Computer realisierte der Naturfotograf, was er tatsächlich fotografiert hatte. Bei genauer Betrachtung der Aufnahmen zeigte sich: Er hatte nicht nur einzelne Wölfe abgelichtet, sondern offenbar einen Rüden, ein zweites erwachsenes Tier, drei Welpen vom Vorjahr und sogar eine trächtige Fähe erwischt.

„Das könnte ein komplettes Rudel sein“, sagt Andreas Buchholz noch immer beeindruckt. „Am helllichten Tag gegen Mittag – das war wirklich eine Überraschung. Schade nur, dass sie so weit entfernt waren, fast 200 Meter.“

Experten bestätigen Besonderheit der Sichtung

Fachleute bestätigen, dass eine solche Sichtung selbst für Experten etwas ganz Besonderes darstellt. Wölfe sind normalerweise scheue Tiere, die menschliche Begegnungen meiden und sich vor allem in der Dämmerung oder nachts zeigen. Ein fast komplettes Rudel mitten am Tag zu beobachten und zu fotografieren, ist daher eine außergewöhnliche Gelegenheit.

Die Aufnahmen bieten wertvolle Einblicke in das Sozialverhalten der Wölfe in der Region und dokumentieren den erfolgreichen Nachwuchs des Vorjahres. Die trächtige Fähe deutet zudem auf weiteres Wachstum der Population hin. Für Naturschützer und Biologen sind solche Beobachtungen wichtige Datenpunkte für das Monitoring der Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern.

Andreas Buchholz, der eigentlich nur ein paar Schnappschüsse machen wollte, hat mit seinen Aufnahmen einen seltenen Moment festgehalten, der das Interesse an der heimischen Tierwelt und ihrem Schutz weiter stärken könnte.

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