Tipps für einen vogelfreundlichen Balkon in der Stadt
So wird Ihr Balkon zum Paradies für Vögel

Jedes Jahr werden laut dem Naturschutzbund (NABU) weniger Vögel beobachtet. Wer den Gesang der Vögel künftig nicht missen will, kann dagegen etwas tun – auch als Stadtbewohner ohne Garten. Die AZ hat beim bayerischen Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) nachgefragt und von Ornithologin Angelika Nelson wertvolle Tipps erhalten.

Wasserschale täglich frisch füllen

Eine einfache und unkomplizierte Hilfe ist das Aufstellen einer Wasserschale. Besonders im Frühjahr und Sommer bei warmen Temperaturen und Trockenheit ist eine Vogeltränke wichtig. Vögel brauchen Wasser zum Trinken und Baden. In Städten gibt es immer weniger Wasserstellen, da Regenpfützen auf versiegelten Flächen fehlen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, um Parasiten und Krankheitserreger zu vermeiden. Ist die Schale leer, reicht es, sie kurz mit einer Bürste zu reinigen und neu zu befüllen. Bei kranken Vögeln in der Nähe muss die Tränke sofort entfernt und gründlich gereinigt werden.

Artgerechtes Futter anbieten

Vogelfreunde können auch mit Futter helfen. Empfehlenswert sind Vogelsäulen, da Vögel nicht hineinkoten und so Artgenossen anstecken können. Geeignet sind Sonnenblumenkerne, Hirse oder Hanfsamen. Meisenknödel und Fettfutter sind eher für den Winter geeignet, da sie im Sommer schmelzen und Vögel zur Jungenaufzucht proteinreiche Insekten benötigen.

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Nistkasten richtig platzieren

Ein Nistkasten auf dem Balkon erfordert einige Überlegungen: Er sollte nicht nach Süden ausgerichtet sein, da es dort zu heiß wird. Haus- und Feldsperlinge benötigen zwei bis drei Kästen nebeneinander. In höheren Stockwerken können Nistkästen für Mauersegler angebracht werden. Wer keinen geeigneten Platz für Vögel hat, kann Insektenhotels aufstellen – das hilft den Vögeln indirekt, da sie auf Insekten als Nahrung angewiesen sind.

Heimische Pflanzen und wilde Ecken

Heimische Pflanzen und Kräuter wie Thymian, Salbei oder Oregano locken Insekten an. Auch Brennnesseln und Löwenzahn sollten blühen dürfen. Nelson empfiehlt, sich mit Nachbarn zusammenzuschließen und die Hausverwaltung zu bitten, Rasenflächen nicht zu mähen – etwa im Rahmen der Aktion „Mähfreier Mai“. So finden Vögel mehr Nahrung.

Vogelsichere Fenster

Aufkleber an Balkontüren sollten nicht klassische Vogelsilhouetten zeigen, da diese Vögel nicht abschrecken. Besser sind flächendeckende Punkte im Abstand von zehn Zentimetern oder Vorhänge aus Schnüren, die sich im Wind bewegen und gut sichtbar sind.

Auch wenn ein Garten ideal ist, kann jeder Balkon mit diesen Maßnahmen zu einem vogelfreundlichen Ort werden.

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