Thüringen investiert Millionen in den Erhalt historischer Streuobstwiesen
Die Streuobstwiesen in Thüringen, ein charakteristisches Element der regionalen Kulturlandschaft, sollen mit erheblichem finanziellen Aufwand erhalten werden. Seit dem Jahr 2020 hat das Land mehr als zehn Millionen Euro an öffentlichen Mitteln für die Pflege und den Schutz dieser wertvollen Biotope bereitgestellt. Dies teilte das Thüringer Umweltministerium in Erfurt auf Anfrage mit.
Gesetzlich geschützte Biotope mit großer ökologischer Bedeutung
Streuobstwiesen, die in Thüringen eine Fläche von etwa 10.000 Hektar einnehmen, sind gesetzlich geschützte Biotope. Sie bestehen aus einem Mix verschiedener Obstbäume, von denen viele bereits in die Jahre gekommen sind. Wirtschaftlich haben sie heute kaum noch eine Bedeutung, doch prägen sie nach wie vor das Landschaftsbild Thüringens entscheidend.
Das seit 2020 bestehende Handlungskonzept für den Umgang mit Streuobstwiesen wurde nun überarbeitet und aktualisiert. Dabei wurden unter anderem die „Grüne Liga Thüringen“ und das Streuobstnetzwerk Ostthüringen einbezogen. Das Konzept umfasst rechtliche Grundlagen, fachliche Standards sowie Fördermöglichkeiten für Landwirte, Vereine und Initiativen.
Lebensraum für Wildbienen und Fledermäuse
„Streuobstwiesen sind in unserer Kulturlandschaft nicht nur ein Hingucker – sie erzeugen auch gesunde Lebensmittel. Gerade diese Funktion berücksichtigt und stärkt unser neuer Leitfaden, zum Beispiel beim Thema Düngung“, erklärte Umweltminister Tilo Kummer (BSW). Die häufig alten Obstbäume mit Baumhöhlen und Totholz bieten Lebensräume für zahlreiche Tierarten, darunter Wildbienen oder Fledermäuse.
Die Herausforderungen des Klimawandels spielen bei der Neufassung laut Kummer eine wichtige Rolle, bis hin zu Empfehlungen zu Standorten und Sortenauswahl. Streuobstbestände wurden seit den 1980er Jahren in Thüringen in keinem nennenswerten Umfang mehr neu angelegt, was die Bedeutung der Erhaltungsmaßnahmen unterstreicht.



