Baumschutzverordnung in München: Aktivisten kritisieren Fällungen im Isartal
Baumschutzverordnung München: Kritik an Fällungen im Isartal

Baumschutzverordnung in München: Aktivisten kritisieren Fällungen im Isartal

Im Isartal zwischen Thalkirchen und Solln fallen derzeit zahlreiche Eschen dem sogenannten Eschentriebsterben zum Opfer. Die Stadt München lässt aus Sicherheitsgründen massiv Bäume fällen, doch Naturschützer und Aktivisten stellen die Notwendigkeit vieler dieser Eingriffe in Frage. Sie fordern eine striktere Einhaltung der eigenen Baumschutzverordnung und mehr Transparenz bei den Maßnahmen.

Kritik an städtischen Fällaktionen

Der Baumschutzbeauftragte des Bezirks, Conrad Lausberg von der ÖDP, zeigt im Isartal bei Thalkirchen auf mehrere frisch gefällte Eschenstümpfe entlang des beliebten Radwegs. „Die Stadt argumentiert mit Sicherheitsbedenken, doch viele dieser Fällungen scheinen übertrieben“, erklärt Lausberg. Die Aktivisten vermuten, dass nicht alle betroffenen Bäume eine akute Gefahr darstellen und fordern eine genaue Überprüfung jedes einzelnen Falls.

Das Eschentriebsterben, eine durch einen Pilz verursachte Krankheit, führt dazu, dass Eschen absterben und instabil werden. Die Stadt München begründet die Fällungen damit, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, insbesondere entlang stark frequentierter Wege. Doch Kritiker wie die Baum-Aktivistin, die anonym bleiben möchte, sind außer sich: „Hier wird vorschnell gehandelt, ohne alternative Schutzmaßnahmen auszuschöpfen. Die Baumschutzverordnung wird nicht konsequent umgesetzt.“

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Forderungen nach strengerem Baumschutz

Die Naturschützer fordern von der Stadt München:

  • Eine detaillierte Dokumentation aller Fällungen mit Begründung
  • Die Prüfung von Alternativen wie Kronensicherungen oder Teilfällungen
  • Eine verstärkte Kontrolle der Einhaltung der Baumschutzverordnung
  • Mehr Beteiligung der Öffentlichkeit bei Entscheidungen über Baumfällungen

Die Debatte verdeutlicht den Konflikt zwischen Sicherheitserwägungen und Naturschutz in urbanen Räumen. Während die Stadt auf präventive Maßnahmen setzt, um Unfälle zu vermeiden, betonen Aktivisten den ökologischen Wert alter Bäume und die Notwendigkeit, sie möglichst lange zu erhalten. Die Situation im Isartal könnte als Beispiel für ähnliche Konflikte in anderen Stadtteilen oder deutschen Städten dienen.

Die Stadt München hat bisher auf die Kritik reagiert, indem sie betont, dass alle Fällungen nach gründlicher Prüfung durch Fachleute erfolgen. Ein Sprecher erklärte, man halte sich an die gesetzlichen Vorgaben und die eigene Baumschutzverordnung. Doch für die Aktivisten reicht das nicht aus – sie fordern eine grundlegende Überarbeitung des Umgangs mit kranken Bäumen und mehr Engagement für den Erhalt des städtischen Grüns.

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