Braunbärin Ida aus Bärenwald Müritz nach schwerer Krankheit eingeschläfert
Braunbärin Ida nach schwerer Krankheit eingeschläfert

Braunbärin Ida nach langer Krankheit von ihren Qualen erlöst

Die Braunbärin Ida aus dem Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern ist nach einer schweren und unheilbaren Erkrankung eingeschläfert worden. Eine umfassende tierärztliche Untersuchung hatte ergeben, dass ein Weiterleben für die Bärin nur mit schweren und nicht behandelbaren Schmerzen verbunden gewesen wäre.

Fortgeschrittene Arthrose und degenerative Wirbelsäulenveränderungen

„Die Untersuchungen ergaben, dass Ida unter fortgeschrittener Arthrose in mehreren Gelenken und degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule litt“, teilte eine Tierärztin des renommierten Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mit. Seit ihrer Rückkehr aus der Winterruhe in diesem Jahr sei es der Bärin deutlich schwerer gefallen, ihre gewohnte Mobilität zurückzuerlangen.

Durch die notwendige Schmerzmedikation kamen dann zusätzlich Magen-Darm-Symptome hinzu, die eine kontinuierliche Versorgung mit Schmerzmitteln erheblich erschwerten. „Angesichts des fortgeschrittenen Stadiums ihrer Erkrankung, der unzureichenden Reaktion auf die Schmerzmittel und der fehlenden weiteren Behandlungsmöglichkeiten wäre für Ida ein schmerzfreies Leben nicht mehr möglich gewesen“, erläuterte die Tierärztin weiter.

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Schmerzliche Entscheidung zum Wohle des Tieres

Thomas Beer, Cheftierpfleger im Bärenwald Müritz, äußerte sich emotional zu der schwierigen Entscheidung: „Obwohl wir ihre neugierige, liebevolle und oft auch sehr eigensinnige Art schmerzlich vermissen werden, wissen wir eines ganz genau: Durch unsere Entscheidung haben wir ihr sehr viel Leid erspart.“

Die 1995 geborene Bärin hatte seit 2009 im Bärenwald Müritz gelebt, nachdem sie aus einer Zucht im Tierpark Stendal stammte und später viele Jahre in einem kleinen Gehege mit Panzerglasscheiben im Tierpark Kalletal verbracht hatte. Als dieser Tierpark verkauft werden sollte, suchte der Besitzer nach einer artgerechteren Unterbringung für seine Bären.

Gedenkstein unter 200-jähriger Hainbuche

Die Bärendame erhält nun einen eigenen Gedenkstein unter einer rund 200 Jahre alten Hainbuche im Park, wie ein Sprecher der Tierschutzorganisation Vier Pfoten mitteilte. Im Bärenschutzzentrum – einem Tierschutzprojekt von Vier Pfoten – leben Braunbären, die nach Angaben der Organisation „aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet wurden“.

Auf dem 16 Hektar großen Gelände in einem naturbelassenen Wald finden die Bären hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Der Bärenwald dient in erster Linie dem Schutz der Bären, soll aber zusätzlich zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit beitragen und Besuchern die Lebensweise dieser beeindruckenden Tiere näherbringen.

Die Entscheidung zur Einschläferung wurde nach sorgfältiger Abwägung aller tierärztlichen Möglichkeiten getroffen und stellt das Ende eines langen Leidensweges für die Braunbärin Ida dar. Die Mitarbeiter des Bärenwaldes trauern um ihr langjähriges Schützling, sind sich aber gleichzeitig sicher, die einzig humane Entscheidung für das Wohl des Tieres getroffen zu haben.

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