Abschied mit Tränen: Elefantenpfleger verliert nach 25 Jahren seine grauen Riesen
Elefantenpfleger verliert nach 25 Jahren seine grauen Riesen

Ein herzzerreißender Abschied nach einem Vierteljahrhundert

Es ist ein emotionaler Abschied, der tief unter die Haut geht. Nach mehr als 25 Jahren muss sich der Zootierpfleger Norman Hase (46) von seiner geliebten Elefantenherde im Bergzoo Halle trennen. Ein Abschied, der nicht nur mit einem lauten Tschö mit Töröö, sondern vor allem mit vielen Tränen verbunden ist. Der Hallenser hat seine ganz persönliche Art gefunden, die Erinnerungen an die Dickhäuter für immer bei sich zu tragen: Sieben kunstvolle Tattoos mit insgesamt zwölf Elefantenmotiven zieren seinen Körper.

Von der Angst zur tiefen Verbundenheit

Dass Norman Hase heute als echter Elefantenflüsterer gilt, war keineswegs selbstverständlich. „Ich hatte anfangs große Angst vor den grauen Riesen“, gesteht der 46-Jährige. Ein tragischer Schicksalsschlag veränderte jedoch alles. Nach dem Tod seiner Mutter fanden die Elefanten einen besonderen Platz in seinem Leben. „Ich verbrachte viel Zeit allein mit ihnen. Sie wurden mein Ruhepol, meine Konstante“, erinnert sich Hase. Diese tiefe Verbindung spiegelt sich heute in jedem seiner Tattoos wider.

Die große Umsiedlung nach Berlin

Der Grund für den schmerzhaften Abschied ist rein praktischer Natur: „In Halle wird es für die Herde einfach zu eng“, erklärt Norman. Die fünf afrikanischen Elefanten Pori (44), Tana (24), Tamika (9), Elani (6) und Simon (2) werden im Frühsommer für immer in den Tierpark Berlin umziehen. Dort entsteht auf einer Fläche von zwei Hektar die größte Elefantenanlage Europas. Während der Bergzoo Halle bis 2029 umgebaut wird, bleibt völlig unklar, ob hier jemals wieder Elefanten einziehen werden.

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Tattoos als lebendiges Erinnerungsbuch

Norman Hase trägt seine Geschichte buchstäblich auf der Haut. Jedes seiner sieben Elefanten-Tattoos erzählt eine besondere Geschichte:

  • Rechter Unterarm: Die Sumatra-Elefanten Cynthia und Nova erinnern an einen früheren Transport nach Berlin
  • Gesamter Rücken: Ein riesiger afrikanischer Bulle, entstanden während einer elefantenlosen Zeit in Halle
  • Linke Halsseite: Ein trauriges Andenken an ein von seiner Mutter attackiertes Babyelefanten
  • Rechte Halsseite: Als Origami-Kunst gestaltete Babyelefanten Tamika und Ayo
  • Schienbein: Kalb Tamika kuschelt sich an Mama Tana - eine Erinnerung an eine berührende Geburt
  • Linke Armbeuge: Symbolisiert den Wechsel von asiatischen zu afrikanischen Elefanten im Zoo
  • Rechte Bauchseite: Zwei humorvolle Elefanten vom Etikett des thailändischen Chang-Biers

Vorbereitung auf den schweren Abschied

Während Norman Hase seine Elefanten auf den Transport vorbereitet, weiß er: „Der richtige Abschied kommt erst, wenn sie wirklich weg sind“. Seine Kinder (4 und 24 Jahre) geben ihm in dieser emotionalen Zeit Halt. Ein neues Tattoo plant der Elefantenflüsterer erst nach der endgültigen Trennung: „Gerade muss ich zu 100 Prozent für die Tiere da sein. Der Abschied von meiner Herde wird mir noch die richtige Motiv-Idee geben“.

Der geschützte Kontakt, bei dem Pfleger und Tiere stets durch Gitter getrennt sind, gehört im Bergzoo Halle seit langem zum Standard. Doch diese physische Trennung macht die emotionale Bindung zwischen Norman Hase und seinen Elefanten nicht weniger tief. Ein Stück seines Herzens wird mit den grauen Riesen nach Berlin ziehen, während die Erinnerungen für immer in seinen Tattoos und in seiner Seele bleiben.

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