EU-Parlament: Hunde und Katzen müssen künftig gechippt werden
EU-Parlament: Hunde und Katzen müssen gechippt werden

Neue EU-Regeln für Haustiere

Das Europaparlament hat neue Vorschriften für die Identifizierung von Hunden und Katzen in der Europäischen Union beschlossen. Künftig müssen die Tiere mit einem Mikrochip versehen werden, um den illegalen Handel einzudämmen und den Schutz der Tiere zu verbessern. Die Einigung zwischen den Unterhändlern des Parlaments und der EU-Staaten erfolgte bereits im November, nun muss der Rat der EU-Staaten noch formell zustimmen.

Übergangsfristen für Privatleute

Für die Chip-Pflicht sind mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen. Bei privat gehaltenen Hunden tritt die Pflicht zehn Jahre nach Inkrafttreten der Regelung in Kraft, bei Katzen nach 15 Jahren. Ausgenommen sind Bauernhofkatzen. Für Händler gelten die neuen Regeln hingegen bereits nach vier Jahren. Die deutsche Abgeordnete Manuela Ripa, die im Umweltausschuss an dem Vorhaben mitwirkte, forderte die Bundesregierung auf, die Chip-Pflicht früher einzuführen. Bislang gibt es in Deutschland keine allgemeine Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen, jedoch haben viele Städte und Bundesländer bereits eigene Regelungen erlassen.

Registrierung in nationalen Datenbanken

Wenn die EU-Vorgaben endgültig in Kraft treten, müssen alle Hunde und Katzen in einer nationalen Datenbank registriert werden. Die Daten können zwischen den EU-Ländern ausgetauscht werden, sodass ein Tier besser seinem Halter zugeordnet werden kann. Läuft beispielsweise ein Hund im Urlaub davon, kann auch in einem Tierheim im Ausland schneller ermittelt werden, wohin er gehört. Zudem soll es schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen.

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Bessere Bedingungen für Tiere

Für Händler und Züchter wird außerdem festgeschrieben, dass sie die Tiere unter guten Bedingungen halten müssen. Hunde und Katzen mit „extremen Merkmalen“ dürfen nicht für die Zucht verwendet werden, wenn ein hohes Risiko für Leid besteht. Genaue Definitionen dafür legt die EU-Kommission mit Fachleuten bis Juli 2030 fest. Stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen haben beispielsweise oft Atemnot. Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit den beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt.

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