Freigang oder Stubentiger? Die große Entscheidung für Katzenbesitzer
Die Frage, ob eine Katze ausschließlich in der Wohnung gehalten werden soll oder Freigang erhalten darf, beschäftigt alle Katzenhalter und solche, die es werden wollen. Es ist eine Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit, bei der letztlich die Besitzerinnen und Besitzer entscheiden müssen. Manchmal signalisieren die Tiere jedoch deutlich, dass ihnen die reine Wohnungshaltung nicht ausreicht. Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten hat drei zentrale Punkte zusammengestellt, die bei dieser wichtigen Entscheidung bedacht werden sollten.
1. Die individuelle Wohnsituation als Grundlage
Eine pauschale Antwort auf die Frage nach Freigang oder Wohnungshaltung gibt es nicht. Vielmehr muss jede Situation individuell betrachtet werden. Verfügt man über einen großen Garten oder wohnt man an einer stark befahrenen Straße? Halterinnen und Halter sollten laut der Stiftung sorgfältig abwägen, welche konkreten Gefahren einem Freigänger vor der eigenen Haustür drohen könnten. Dazu zählen nicht nur der Autoverkehr, sondern auch mögliche Kämpfe mit Artgenossen, Angriffe durch Wildtiere, Diebstahl, Erkrankungen oder sogar Tierquälerei.
2. Grundlegende Maßnahmen für Freigänger
Wer sich für den Freigang entscheidet, sollte seine Katze oder seinen Kater unbedingt kastrieren lassen, so der Rat der Tierschützer. Ein positiver Nebeneffekt: Kastrierte Kater unternehmen weniger ausgedehnte Wanderungen und geraten seltener in Kämpfe mit anderen Katern. Die Initiative empfiehlt zudem, das Tier chippen zu lassen und in einer Heimtierdatenbank zu registrieren.
Wenn Freigänger nicht ohnehin nachts im Haus gehalten werden, sollten sie zumindest die Möglichkeit haben, jederzeit hineinzukommen, beispielsweise durch eine Katzenklappe. Ein reflektierendes Halsband mit Sicherheitsverschluss erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Wer genau wissen möchte, wo sich sein Tier im Laufe des Tages aufhält, kann daran zusätzlich einen GPS-Tracker befestigen.
Besonders wichtig: Junge und unerfahrene Katzen oder Kater sollten niemals unvorbereitet draußen sich selbst überlassen werden. Stattdessen ist eine behutsame Gewöhnung an den Freigang, das Zuhause und die Umgebung unerlässlich.
3. Der kontrollierte Freigang als praktikabler Kompromiss
Der von den Tierschützern empfohlene goldene Mittelweg ist ein kontrollierter und gesicherter Freilauf. Je nach Möglichkeit können Garten, Balkon oder Terrasse mit ausbruchsicheren Katzennetzen umspannt und abgesichert werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit der Katze an einer längeren Leine nach draußen zu gehen. Das Anlegen des Brustgeschirrs und das gemeinsame Spazierengehen müssen jedoch einfühlsam und geduldig eingeübt werden.
Laut Vier Pfoten gefällt vielen Katzen diese Art des Freigangs sehr gut. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Nicht nur die Katze selbst ist sicherer, sondern auch ihre potenziellen Beutetiere, wie beispielsweise Vögel, werden wirksam geschützt.



