Herzwürmer bei Hunden: Symptome, Risiken und wirksamer Schutz vor dem tödlichen Parasiten
Herzwürmer bei Hunden: Symptome, Risiken und Schutz

Herzwürmer bei Hunden: Eine unterschätzte Gefahr durch Mückenstiche

Ein einziger Mückenstich kann für Hunde verheerende Folgen haben. Herzwürmer, wissenschaftlich als Dirofilariose bekannt, sind Parasiten, die unbehandelt lebensbedrohlich für betroffene Tiere werden können. „Beim Hund handelt es sich um die einzige Säugetierspezies, die häufig mit dem Herzwurm infiziert ist“, erklärt Veterinärin Dr. Vanessa Herder im Gespräch mit PETBOOK.

Die Ausbreitung des Parasiten: Von Asien bis nach Europa

Traditionell kommt die Erkrankung besonders häufig in Asien, Australien sowie Nord- und Südamerika vor. Doch auch viele Länder Südeuropas wie Italien oder Spanien sind zunehmend betroffen. Das Risiko wächst stetig. „In Regionen, in denen diese Erkrankung beim Hund häufig vorkommt, können auch andere Tiere, wie Katzen, Füchse, Wölfe, Frettchen, Pferde und selten der Mensch betroffen sein“, warnt Dr. Herder. Selbst in Deutschland wurden bereits einzelne Übertragungen dokumentiert.

Übertragen werden die Parasiten ausschließlich durch Stechmücken. Diese nehmen die winzigen Larven beim Blutsaugen auf und geben sie beim nächsten Stich an einen neuen Wirt weiter. Ein Teufelskreis, der sich immer weiter ausbreitet.

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Wie Herzwürmer den Körper des Hundes befallen

Im Körper des Hundes wandern die Larven durch das Gewebe in die Blutbahn. Von dort gelangen sie bis ins Herz oder in die großen Gefäße der Lunge. „Der adulte Wurm findet sich in Lungenarterien und im rechten Herzen – er kann auch in anderen Blutgefäßen auftreten. Ungewöhnliche Lokalisationen stellen das Auge und das Gehirn dar“, erläutert Dr. Herder. Die Parasiten können eine beeindruckende Länge von 20 bis 30 Zentimetern erreichen und mehrere Jahre im Körper überleben.

Symptome erkennen: Oft lange unbemerkt

Besonders tückisch ist, dass die Krankheit oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Erste Anzeichen sind meist unspezifisch und können leicht übersehen werden. Dazu gehören:

  • Anhaltender Husten
  • Schnelle Erschöpfung bei normaler Belastung
  • Herzprobleme wie Atemnot oder Leistungsschwäche

Vor allem ältere Hunde sind gefährdet. Bei einem starken Befall kann es sogar zu plötzlichen Todesfällen kommen, ohne dass vorher deutliche Symptome erkennbar waren.

Gefahr für den Menschen: Selten, aber ernst

In seltenen Fällen kann der Parasit auch Menschen infizieren. „Die Dirofilariose beim Menschen stellt eine lebensbedrohliche Erkrankung dar, wenn die Lunge betroffen ist und die Erkrankung nicht richtig diagnostiziert wird“, betont Dr. Herder. Auch wenn das Risiko gering ist, sollte es nicht ignoriert werden.

Vorbeugung ist der beste Schutz

Die Behandlung eines Herzwurmbefalls beim Hund ist äußerst aufwendig und kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Oft ist der Therapieerfolg ungewiss. Daher ist die Vorbeugung von entscheidender Bedeutung. Effektive Maßnahmen umfassen:

  1. Antiparasitäre Medikamente als Prophylaxe, besonders vor Reisen in Risikogebiete
  2. Konsequenter Mückenschutz durch spezielle Halsbänder oder Spot-on-Präparate
  3. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen, insbesondere nach Aufenthalten in betroffenen Regionen

Am Ende entscheidet oft die Früherkennung über Leben und Tod. Wird der gefährliche Parasit rechtzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen deutlich besser. Hundehalter sollten daher wachsam sein und bei den geringsten Anzeichen einen Tierarzt konsultieren.

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