Islandpferde im ewigen Exil: Seit 1909 verbietet Gesetz die Rückkehr auf die Vulkaninsel
Islandpferde: Seit 1909 verbietet Gesetz die Rückkehr

Islandpferde im ewigen Exil: Seit 1909 verbietet Gesetz die Rückkehr auf die Vulkaninsel

Wer ein Islandpferd ins Ausland bringt, sagt für immer Lebewohl zu seinem Tier. Was für viele Reiter kaum vorstellbar ist, bleibt auf Island bis heute Realität: Verlässt ein Islandpferd seine Heimat, darf es nie wieder zurückkehren. Diese uralte Regel, die seit über einem Jahrhundert in Kraft ist, schützt die einzigartige Rasse vor äußeren Einflüssen.

Ein typisches Szenario mit tragischem Ausgang

Ein typisches Szenario verdeutlicht die Tragik dieser Regelung: Mensch und Pferd trainieren jahrelang gemeinsam, reisen zu Weltmeisterschaften ins Ausland und erringen vielleicht sogar den Sieg. Doch während der Reiter triumphierend nach Hause zurückkehrt, bleibt das Pferd für immer im Exil. Alle zwei Jahre treten bei Weltmeisterschaften ausschließlich Islandpferde an, wie bereits berichtet wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei ihre besonderen Gangarten: der Tölt und der Pass.

Tölt und Pass machen Islandpferde einzigartig

Der Tölt wirkt wie ein fließender Tanz und sorgt für einen sicheren Tritt, selbst auf schwierigem Untergrund. Auch der Pass gehört zu den angeborenen Gangarten dieser robusten Tiere. Zusätzlich sind Islandpferde für ihre Widerstandsfähigkeit und ihr ruhiges Wesen bekannt. Sie gelten als äußerst robust und sind wegen ihres oft bunten Fells besonders beliebt – eine gefragte Rasse im internationalen Reitsport.

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Weltweite Verbreitung bedeutet dauerhaftes Exil

Viele Islandpferde leben heute im Ausland, oft in wärmeren Regionen Europas und darüber hinaus. Für sie bedeutet dies ein Leben im ewigen Exil, denn eine Rückkehr in ihre isländische Heimat ist strikt ausgeschlossen. Aus diesem Grund finden Weltmeisterschaften niemals auf Island selbst statt. Selbst Pferde, die nie zuvor auf der Vulkaninsel waren, dürften nach einer solchen Veranstaltung nicht einreisen.

Uralte Regeln schützen die Reinheit der Rasse

Die Wurzeln dieser strengen Regelung reichen über 1000 Jahre zurück: Nordische Siedler brachten ihre Pferde einst nach Island. Daraus entwickelte sich ohne jegliche Vermischung mit anderen Rassen eine eigenständige und reine Pferderasse. Bis heute gilt die unumstößliche Regel: Nur Pferde mit lückenloser Abstammung von isländischen Vorfahren dürfen offiziell als Islandpferde bezeichnet werden.

Strenges Gesetz verbietet jeden Import

Islandpferde sind ein integraler Bestandteil der nationalen Identität Islands. Während Exporte in andere Länder erlaubt sind, bleiben Importe strikt verboten: Seit dem Jahr 1909 untersagt ein spezielles Gesetz die Einfuhr anderer Pferderassen auf die Insel. Dies dient dem Schutz vor gefährlichen Krankheiten und der Vermeidung unerwünschter Vermischung. Ähnliche restriktive Regeln gab es bereits in früheren Jahrhunderten – etwa die Beschränkung auf kastrierte Tiere ohne Fortpflanzungsfähigkeit.

Die weltweite Verbreitung der Islandpferde steht somit im krassen Gegensatz zu ihrer ewigen Verbannung von der Heimatinsel. Während die Tiere international gefeiert werden, bleibt ihnen die Rückkehr in das Land verwehrt, das ihre einzigartigen Eigenschaften über Jahrhunderte bewahrt hat.

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