Emotionale Proteste für gestrandeten Wal in Wismar
Am Freitag kam es in Wismar zu spontanen Demonstrationen, nachdem der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, und ein Expertenteam ein Rettungsangebot für den gestrandeten Wal Timmy abgelehnt hatten. Die Demonstranten versammelten sich vor der Wismarer Bucht, wo das Tier seit Tagen liegt, und zeigten ihre tiefe Betroffenheit über dessen Schicksal.
Multimillionär bietet finanzielle Hilfe an
MediaMarkt-Gründer Walter Gunz hatte angeboten, den Versuch zu finanzieren, Timmy mit einem Bagger freizuschaufeln, um ihm eine Rückkehr ins Meer zu ermöglichen. „Die Zeit drängt, viele Optionen haben wir nicht mehr“, erklärte Gunz. Doch Backhaus und die Experten lehnten ab, da der Wal zu krank und geschwächt sei und weitere Rettungsversuche nur eine Qual bedeuten würden. Sie plädierten dafür, Timmy in Frieden sterben zu lassen.
Demonstranten reisen aus ganz Deutschland an
Die Nachricht von Timmys Lage hatte Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands mobilisiert, darunter aus dem Harz, Brandenburg, Berlin und Hamburg. Ein Junge brachte sein Wal-Kuscheltier mit, während andere ihre Hilflosigkeit und Trauer zum Ausdruck brachten. Die Stimmung war gespalten: Einige forderten den Bagger-Einsatz, andere verlangten ein Ende des Leidens durch Erlösung.
Persönliche Geschichten und emotionale Ausbrüche
Rentnerin Karin Kuschy aus Berlin sagte unter Tränen: „Ich kann seit Tagen nicht schlafen. Es ist eine Quälerei. Dann sollte man das Tier wenigstens erlösen.“ Im Gegensatz dazu betonte Christin Schaffner aus Wittenberge: „Der Wal hat noch so einen starken Überlebenswillen. Man darf ihn nicht sich selbst überlassen.“ Die Situation eskalierte kurz, als eine Frau den Minister als „Idiot“ beschimpfte.
Minister begründet die Entscheidung
Backhaus erklärte, der Wal habe schwere Schäden erlitten, seine Haut löse sich auf, und er sei nicht transportfähig. „Vom Prinzip her ist der Wal hier im Hospiz. Mir geht das hier auch an die Nieren“, sagte er. Er kündigte an, noch am Freitag mit Walter Gunz zu sprechen, um die Lage zu erörtern. Die Maßnahmen seien nun rein palliativ, um Timmys Leiden zu lindern.



