Letzte Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel beginnt
Rettungsaktion für Buckelwal vor Poel gestartet

Dramatische Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel beginnt

Vor der Insel Poel in der Ostsee hat am Donnerstagmorgen eine beispiellose Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal begonnen. Ein Team aus privaten Helfern, Tauchern und Spezialfirmen versucht, den etwa zwölf Meter langen Meeressäuger zu bergen, der seit Ende März auf Sandbänken vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzt und stark geschwächt ist.

Private Initiative mit Millionärsfinanzierung

Die Rettungsaktion wird von einer privaten Initiative organisiert und durch zwei wohlhabende Unternehmer finanziert. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert übernehmen sämtliche Kosten des riskanten Einsatzes. Der zuständige Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, hatte am Vortag erklärt, die Aktion zu dulden, nachdem Experten das Tier bereits aufgegeben hatten.

Der ausgeklügelte Rettungsplan sieht mehrere Schritte vor:

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  • Zuerst soll der Schlick unter dem Wal weggespült werden
  • Anschließend wird das Tier mit speziellen Luftkissen angehoben
  • Schlepper sollen den Wal dann auf einer Plane zwischen zwei Schwimmkörpern transportieren
  • Das Ziel ist der Transport in die Nordsee, wo bessere Überlebenschancen bestehen

Taucher bereiten sich auf riskanten Einsatz vor

Am Hafen von Kirchdorf auf Poel haben sich die Taucher eingefunden, die für den kritischsten Teil der Operation verantwortlich sind. Sie müssen die Luftkissen unter dem geschwächten Wal platzieren – eine äußerst heikle Aufgabe. Ein Mitglied des Rettungsteams bestätigte, dass die Taucher in den nächsten 30 Minuten ins Wasser gehen sollen.

Die Polizei sichert mit dem Boot „Uecker“ die Umgebung ab und hält Schaulustige auf Distanz. Verstöße gegen die 500-Meter-Sperrzone um den Wal werden als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro geahndet. Trotzdem haben sich zahlreiche Tierfreunde aus ganz Deutschland auf der Insel versammelt, darunter Susanne Sommer aus Krefeld: „Ich konnte nicht mehr zu Hause sitzen bleiben vor dem Handy und hoffen, dass hier irgendwas passiert.“

Gesundheitszustand des Wals gibt Anlass zur Sorge

Laut Umweltminister Backhaus atmet der Wal noch relativ regelmäßig alle zwei bis fünf Minuten, allerdings wird die Frequenz niedriger, wenn sich Menschen oder Schiffe nähern. „Der Wal ist ein schwer kranker Patient“, erklärte der Minister im Livestream des Senders News5 live. Die größte Befürchtung der Experten ist, dass der gestresste Wal die Strapazen der Bergung nicht überlebt und die Aktion sein Leiden nur verlängert.

Unterstützung erhält das Rettungsteam von Sergio Bambaren, der eigens von Teneriffa angereist ist: „Wir wissen, dass hier ein wunderbares Team sei, das schon alles organisiert habe. Der Wal brauche eine Chance von uns Menschen, wir müssen Menschlichkeit zeigen.“

Medieninteresse und öffentliche Anteilnahme

Das Schicksal des Ostsee-Wals hat bundesweit eine Welle der Anteilnahme ausgelöst und eine intensive Debatte über Tierschutz und die Grenzen menschlicher Intervention in der Natur entfacht. Das Medieninteresse ist enorm – zahlreiche Journalisten und Kamerateams haben sich auf Poel eingefunden, um über die Entwicklung der Rettungsaktion zu berichten.

Während die Vorbereitungen laufen, geht der Schiffsverkehr auf der Ostsee vor Poel vorerst normal weiter. Eine Fähre passierte am Morgen problemlos die Einsatzstelle. Am Hafen von Kirchdorf werden indessen die Schwimmpontons angeliefert, die für den Transport des Wals benötigt werden.

Die Rettungsaktion markiert einen letzten Hoffnungsschimmer für das gestrandete Tier, nachdem alle offiziellen Stellen bereits aufgegeben hatten. Ob der ambitionierte Plan gelingt, bleibt ungewiss – doch das engagierte Team ist entschlossen, dem Buckelwal eine letzte Chance auf Überleben zu geben.

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