Teure Wal-Rettung in der Lübecker Bucht
Seit Montag verfolgt Deutschland gespannt das Schicksal eines gestrandeten Buckelwals in der Lübecker Bucht bei Timmendorfer Strand. Die aufwändige Rettungsaktion für das Meeressäugetier entwickelt sich zu einer kostspieligen Angelegenheit für die Gemeinde. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke beziffert die voraussichtlichen Kosten auf mindestens 40.000 Euro.
Umfangreiche Rettungsmaßnahmen
Dutzende Helfer und Freiwillige waren im Einsatz, um das Tier zurück ins offene Meer zu geleiten. Laut Angaben aus dem Rathaus kamen dabei Spezialgeräte zum Einsatz: ein Schwimmbagger und ein Saugbagger einer Spezialfirma, begleitet von einem Ingenieur. Zusätzlich müssen Aufwandsentschädigungen für die DLRG, die Feuerwehr und ehrenamtliche Helfer berücksichtigt werden.
Die Rettungsversuche gestalteten sich schwierig. Nach einem gescheiterten Versuch mit einem kleinen Saugbagger am Dienstag, hob am Donnerstag ein Schwimmbagger eine Rinne aus, während ein Biologe den Wal beruhigte. Nur wenige Meter hätten am Abend noch bis ins tiefere Wasser gefehlt, so Partheil-Böhnke, bevor die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen werden musste.
Selbstbefreiung in der Nacht
In der Nacht zu Freitag nahm das Schicksal eine überraschende Wendung: Der Buckelwal befreite sich offenbar aus eigener Kraft. Nun muss das Tier den Weg aus der Ostsee in den Atlantik finden. Auf seiner Reise wird er von Schiffen der Küstenwache, der DLRG und von Wissenschaftlern begleitet. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte zusätzliche Unterstützung aus Kiel an, um den richtigen Weg durch die Gewässer zu sichern.
Finanzierung durch das Bundesland
Die Frage der Kostenübernahme ist geklärt: Zwar muss zunächst die Kommune Timmendorfer Strand für die Rettungsaktion aufkommen, doch das Bundesland Schleswig-Holstein wird die Gemeinde nicht alleine lassen. Ministerpräsident Günther sicherte im „Stern“ zu, dass das Land Schleswig-Holstein die Rechnung übernehmen wird. Damit entlastet das Land die kommunale Kasse erheblich.
Die aufwändige Rettungsaktion unterstreicht den hohen Stellenwert des Tierschutzes in Deutschland und zeigt, welcher logistische und finanzielle Aufwand für die Rettung großer Meeressäuger betrieben wird.



