Wal-Rettung vor Poel: Keine neuen Transportpläne, Leiden soll gemindert werden
Wal-Rettung vor Poel: Keine neuen Transportpläne

Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Rettungsbemühungen im Fokus

Die dramatische Rettungsaktion für den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal geht in eine neue Phase. Nachdem ein Versuch, das Tier am Montag in offenes Wasser zu lotsen, gescheitert ist, konzentrieren sich die Helfer aktuell darauf, das Leiden des Wals zu mindern. Es ist bereits der fünfte Strandungsversuch des zwölf Meter langen und etwa zwölf Tonnen schweren Meeressäugers.

Untergrund wird weggespült, um Wal zu entlasten

Die private Initiative, die hinter den Rettungsbemühungen steht, gab bekannt, dass derzeit Untergrund weggespült wird, damit der Wal tiefer im Wasser liegen kann. Dadurch soll möglichst wenig Eigengewicht auf dem Tier lasten und seine Position verbessert werden. Ob und wann ein erneuter Transport mittels spezieller Plane und Pontons stattfinden wird, bleibt zunächst unklar. Von der Initiative gab es dazu bis zum frühen Nachmittag keine konkreten Informationen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) kündigte für den späten Nachmittag ein neues Statement zur Situation an. Der Wal wurde wegen der intensiven Sonneneinstrahlung erneut mit schützenden Tüchern abgedeckt. Den Helfern gelang es am Dienstag nicht, das Tier zum Fressen zu bewegen – es lehnte das angebotene Fischfutter von zweieinhalb Kilogramm ab.

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Panik während Rettungsaktion und interne Konflikte

Der zum Team gehörende Schriftsteller Sergio Bambaren schilderte, dass der Wal nach seinem kurzzeitigen Freikommen am Montag in einer gefährlichen Schräglage gestrandet sei. Diese Position sei besonders problematisch, weil das Gewicht überwiegend auf einer Seite laste und dadurch innere Schäden verursachen könne. Das Team habe anschließend intensiv daran gearbeitet, den Wal wieder in eine gerade Lage zu bringen.

Bambaren berichtete zudem von dramatischen Szenen während der Geleitaktion am Montag: Der zwölf Meter lange Wal sei zeitweise in völlige Panik geraten. Nach drei Wochen Liegezeit war das Tier plötzlich wieder losgeschwommen, und von Booten aus wurde versucht, es in Richtung offene Ostsee zu treiben. Nach etwa zwei Stunden stoppte der vermutlich erschöpfte Wal jedoch und verharrt seither wieder an der Strandungsstelle. Interne Konflikte belasten die Rettungsaktion: Verschiedene Teammitglieder beschuldigen sich gegenseitig, bei der Aktion am Montag falsch gehandelt zu haben.

Rechtliche Auseinandersetzung und Naturschutzforderungen

Parallel zu den Rettungsbemühungen hat sich eine rechtliche Dimension entwickelt: Beim Verwaltungsgericht Schwerin ist ein Antrag gegen den laufenden Rettungsversuch eingegangen. Der am Montag eingereichte Antrag stammt von einer Bürgerinitiative und richtet sich gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, die durchgeführten oder veranlassten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Wal-Rettung einzustellen oder zumindest erst nach einem speziellen Gutachten durchzuführen.

Der Naturschutzbund (Nabu) verfolgt die Aktionen der Privatinitiative mit großer Sorge. In einer Mitteilung der Organisation heißt es: „Zu geschwächt und krank scheint der Buckelwal, zu lang sein Leiden, zu auffällig die wiederholten Strandungen.“ Der Nabu fordert, aus dem Geschehen vor Poel Lehren für die Zukunft zu ziehen und betont: „Nur wenn wir gemeinsam Meeresschutzgebiete wirksam machen, die Fischerei nachhaltiger und die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft abstellen, hat die Ostsee eine Zukunft, und mit ihr die Wale, Robben und Seevögel an unseren Küsten.“

Die private Initiative setzt ihre Bemühungen fort, während die Frage nach dem weiteren Vorgehen und dem Schicksal des gestrandeten Buckelwals weiterhin ungeklärt bleibt.

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