Wolf beißt Frau in Hamburger Einkaufspassage: Tier in geheimer Auffangstation
In Hamburg hat ein Wolf einer 65-jährigen Frau ins Gesicht gebissen - ein beispielloser Vorfall in der Geschichte der deutschen Wolfsrückkehr. Die schockierende Attacke am Montagabend am Jungfernstieg wirft drängende Fragen zum Umgang mit dem Raubtier auf.
Geheime Unterbringung in Niedersachsen
Der eingefangene Wolf hat laut Hamburger Umweltbehörde ein vorläufiges Zuhause in Niedersachsen gefunden. Um welche Wildtierauffangstation es sich genau handelt, bleibt geheim, teilte ein Behördensprecher mit. Das Tier wurde aus dem Wildgehege Klövensteen über die Landesgrenze transportiert. Wie lange der Wolf dort bleiben kann, ist noch unklar - eine dauerhafte Lösung wird gesucht.
Tötung als mögliche Konsequenz
Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (49, Grüne) bestätigte, dass in Expertengesprächen sowohl die Tötung als auch die Freilassung des Tieres erwogen wurden. „Das ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen würde“, sagte Fegebank mit Blick auf mögliche weitere Verletzungen von Menschen. Bis zum Vorfall habe der junge Wolf noch das arttypische scheue Verhalten gezeigt, dann kam es zu einer „unerwarteten und sehr überraschenden Verhaltensänderung“.
Erster dokumentierter Angriff seit Wolfsrückkehr
Laut Bundesamt für Naturschutz handelt es sich um den ersten Fall seit der Etablierung des Wolfes in Deutschland im Jahr 1998, bei dem ein Mensch durch einen Wolf verletzt wurde. Seit der Rückkehr der Art nach Deutschland wurde bis Montag kein Mensch durch einen Wolf verletzt - dieser Rekord ist nun gebrochen.
Dramatische Szenen in der Einkaufspassage
Der Wolf hatte sich in eine Einkaufspassage in Hamburg-Altona verirrt und lief dort wiederholt gegen Glasscheiben. Die 65-jährige Frau versuchte, das Raubtier zu befreien - wie genau, ist nicht bekannt. Dabei griff der Wolf an und biss der Frau ins Gesicht. Sie erlitt blutende Wunden am Mundwinkel und an der Wange, die im Universitätsklinikum Eppendorf genäht werden mussten.
Spektakuläre Gefangennahme in der Binnenalster
Das entkräftete Jungtier wurde nach seiner Flucht von Polizei und einem Stadtjäger mit einer Tierschlinge schwimmend in der Binnenalster gefangen. Die spektakuläre Aktion zeigt die ungewöhnliche Situation, in der sich die Hamburger Behörden wiederfanden.
Fegebank geht von einer „Angstreaktion“ des Wolfes aus, die zu dem ungewöhnlichen Angriff führte. Die genauen Umstände werden weiter untersucht, während die Diskussion über den richtigen Umgang mit dem Tier weitergeht.



