Hamburg: Entscheidung über Zukunft des Wolfs nach Altona-Angriff weiter offen
Drei Tage nach dem Wolfsangriff auf eine Frau im Hamburger Stadtteil Altona ist weiterhin unklar, was mit dem eingefangenen Wildtier geschehen soll. Die Gespräche über den weiteren Verbleib des Tieres sind noch nicht abgeschlossen, wie ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde mitteilte. Der Wolf befindet sich derzeit in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.
Vorfall in der Einkaufspassage
Das Raubtier war am Montagabend in eine kleine Einkaufspassage im Zentrum Altonas gelaufen und hatte dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Nach dem Vorfall rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang in die Binnenalster. Die Polizei konnte ihn nahe dem Anleger am Jungfernstieg mit einer Schlinge einfangen.
Zunächst wurde das Tier vorübergehend im Wildgehege Klövensteen im Westen Hamburgs untergebracht, bevor es nach Sachsenhagen gebracht wurde. „Die Unterbringung in der Auffangstation ist vorläufig. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung für die Zukunft des Tieres“, erklärte der Sprecher der Umweltbehörde. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, blieb jedoch unklar. Die Behörde teilte lediglich mit: „Zu zeitlichen Einzelheiten können wir keine Auskunft geben.“
Details zum Angriff und Untersuchungen
Der Wolf war bereits am vergangenen Wochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am Montag sei er vermutlich durch einen äußeren Reiz, etwa ein Auto oder ein anderes Tier, in eine Stresssituation geraten und losgerannt, hatte der Sprecher am Mittwoch erklärt. In einer Geschäftsstraße im Zentrum Altonas habe er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage mit mehreren Geschäften verirrt.
In der Passage wurde die Frau verletzt. Naturschützer bezweifelten, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen habe. Dazu erklärte die Umweltbehörde: „Stand jetzt gehen wir nach dem Polizeibericht und Zeugenaussagen von einem Biss aus. Die Frau hat eine Verletzung im Gesicht, die einen Biss nahelegt.“ Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hatte am Dienstag gesagt, die Frau sei im Universitätsklinikum Eppendorf ambulant behandelt worden.
Hintergrundinformationen zum Tier
Bei dem Wolf handelt es sich um ein männliches Jungtier. Aus welchem Rudel der Rüde stamme, sei unklar, erklärte der Behördensprecher. Die Ergebnisse diverser Testungen liegen demnach noch nicht vor. Mit den Untersuchungen ist das Zentrum für Wildtiergenetik des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen (bei Frankfurt am Main) befasst.
Die Umweltbehörde betonte, dass die aktuelle Situation eine sorgfältige Abwägung erfordert, um sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch das Wohl des Tieres zu gewährleisten. Weitere Informationen werden erwartet, sobald die Gespräche abgeschlossen sind und die genetischen Analysen vorliegen.



