Arbeitslosigkeit in der Seenplatte sinkt leicht, bleibt über Vorjahr
Arbeitslosigkeit sinkt, bleibt über Vorjahr

Der Mangel an auffälligen Neuigkeiten ist nicht immer eine gute Nachricht. Dass die Zahl der Arbeitslosen in der Seenplatte im April gegenüber dem Vormonat um 433 auf 11.821 zurückging und die Quote von 9,6 auf 9,3 Prozent drückte, klingt gut; dass sie um 239 über dem Vorjahresstand liegt, schon weniger.

Aufschwung geringer als im Vorjahr

Der saisonale Aufschwung falle geringer aus als 2025, konstatiert Andreas Wegner, Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Neubrandenburg; wenngleich der Arbeitsmarkt insgesamt weiter „robust“ und diese Entwicklung noch keine nennenswerte Tendenz sei.

Deutlicher zeige sich hingegen ein zurückhaltender Drang einheimischer Unternehmen zu Einstellungen als Ausdruck anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit. Der Anstieg von Kraftstoff- und Energiepreisen verschärfe noch eine schon länger anhaltende Entwicklung, ebenso deren Dauer: „Wir kommen gar nicht ins ‚Normalgeschäft‛ zurück“, stellt Wegner fest.

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Optimismus setzten die Betriebe, vor allem in der Baubranche, höchstens in Investitions- und Sonderprogramme der Bundesregierung. Aber diese Erwartungen müssten erst mal eingelöst werden, um die Stimmung zu heben.

Stabile Nachfrage aus Bau, Tourismus, Gesundheitswesen

Dennoch wurden für die Seenplatte im April erneut 431 neue Stellenangebote verzeichnet. Der aktuelle Bestand von insgesamt gut 2500 Jobs komme vor allem aus den Bereichen wirtschaftlicher Dienstleistungen, dem Baugewerbe und der Kfz-Branche – auch daran ändert sich wenig. „Bei Bau und Tourismus entwickelt sich Nachfrage, im Gesundheitswesen sowieso“, bilanziert der Agentur-Chef.

In seine Prognose für die nächsten Monate fließen die ersten „Vorboten“ befristeter Beschäftigungen ein: So würden sich bereits jetzt Menschen arbeitsuchend melden, deren Verträge zur Jahresmitte auslaufen – wie etwa Schulbegleiter. Dennoch geht Wegner davon aus, im Mai und Juni weiterhin saisonbedingt sinkende Arbeitslosenzahlen vermelden zu können. Ob die Differenz zum Vorjahresstand aufgeholt werden könne, bleibe aber ungewiss.

Hunderte Lehrstellen noch unbesetzt

Die vielbeschworene Bewegung verzeichnet Andreas Wegner auch bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und Auszubildenden. Fast 700 junge Leute, die über die Arbeitsagentur nach einer Lehrstelle oder einem dualen Studium suchen, sind noch unversorgt. Zugleich sind noch mehr als 600 gemeldete Ausbildungs- und duale Studienplätze unbesetzt, vorwiegend im Handel, aber auch für angehende Elektroniker, Lagerlogistiker und Berufskraftfahrer gibt es Chancen.

Beeinflusst wird das Zahlenspiel allerdings, wenn junge Leute mit mehreren Bewerbungen erfolgreich sind, sich aber noch nicht für eine Option entschieden und den anderen Betrieben abgesagt haben. Wegner leitet daraus den Appell an die Unternehmen ab, sich auch nach der Vertragsunterzeichnung um ihre künftigen Azubis zu kümmern.

Ebenso wichtig sei es zum Ausbildungsende, wenn es um Übernahme oder Abwerbung durch andere Firmen gehe, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu betonen. „Damit müssen sich unsere Betriebe wahrlich nicht verstecken“, verweist Andreas Wegner auf die jährlichen Würdigungen von „Top-Ausbildungsbetrieben“.

Sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene wenden sich Arbeitsagentur und Berufsinformationszentrum im Mai mit diversen Veranstaltungs- und Beratungsangeboten in der Region. Dazu gehören ein Stadtteilspaziergang zu Partner-Einrichtungen in der Neubrandenburger Nordstadt (5.5., Treffpunkt Kita Wirbelwind), ein „Speeddating“ mit dem Ausflugsrestaurant Aalbude im Jobcenter Malchin (5.5., Anmeldung erforderlich), die Informationsveranstaltung „Karriere in Uniform“ in Waren mit Einstellungsberatern von Polizei, Bundeswehr und Zoll (7.5., Jobcenter) sowie ein Beratersprechtag in Neubrandenburg (12.5., Regionalbibliothek).

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