Fachkräftemangel in Thüringen trotz Wirtschaftskrise: Verband fordert Gegenmaßnahmen
Fachkräftemangel in Thüringen trotz Wirtschaftskrise

Fachkräftemangel in Thüringen trotz Wirtschaftskrise: Verband fordert Gegenmaßnahmen

Erfurt - Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten kämpfen Thüringer Unternehmen weiterhin mit einem gravierenden Fachkräftemangel. Der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) warnt vor den Folgen dieses strukturellen Problems für den Wirtschaftsstandort.

Qualifikationslücke bei Arbeitslosen

Von den aktuell gemeldeten 15.000 offenen Stellen in Thüringen erfordern 80 Prozent Fachkraftniveau. Gleichzeitig verfügen 40 Prozent der 70.400 arbeitslos gemeldeten Personen über keinen Berufsabschluss. Besonders alarmierend: Je jünger die Arbeitslosen sind, desto höher ist der Anteil ohne formale Berufsqualifikation.

„Das Qualifizierungsniveau der Arbeitsuchenden passt häufig nicht zu den Anforderungen der offenen Stellen“, erklärt Sven Nobereit, VWT-Geschäftsführer für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Dieser Mismatch erschwere die Stellenbesetzung deutlich und gefährde Investitionen im Freistaat.

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Besonders betroffene Branchen

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind:

  • Altenpflege
  • Technische Berufe wie Bauelektrik und Kraftfahrzeugtechnik
  • Das Handwerk
  • IT-Berufe

Im Durchschnitt dauert es in Thüringen fünf Monate, um eine offene Stelle zu besetzen - ein Zeitraum, der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigt.

Regionale Unterschiede verschärfen das Problem

Besonders Regionen wie der Kyffhäuser-Kreis oder das Altenburger Land kämpfen mit doppelten Herausforderungen: Abwanderung und Fachkräftemangel. „Verstärkt wird die Situation durch eingeschränkte Mobilität zwischen den Regionen“, so Nobereit. Die mangelnde Verbindung zwischen ländlichen und städtischen Gebieten erschwert es Unternehmen, geeignete Fachkräfte zu finden.

Konkrete Forderungen des Wirtschaftsverbands

Der VWT fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket:

  1. Förderung regionaler Mobilität durch Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
  2. Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Ballungszentren
  3. Vereinfachte Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte
  4. Gezielte Maßnahmen für Jugendliche ohne Berufsabschluss
  5. Spezielle Programme für Menschen mit Lern- und Sprachdefiziten

Diese Maßnahmen sollen nicht nur den aktuellen Fachkräftemangel lindern, sondern auch langfristig die Attraktivität Thüringens als Wirtschaftsstandort stärken.

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