Die Stimme der Bundesliga-Konferenz ist verstummt
Er war die sonore, angenehm unaufgeregte Stimme, die samstagnachmittags Millionen von Fußballfans in Nordrhein-Westfalen begleitete. Dietmar Schott, langjähriger Moderator der legendären Bundesliga-Konferenz des Westdeutschen Rundfunks, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit, wie der WDR bekannt gab.
Eine Ära des Radiojournalismus
Schott prägte über Jahrzehnte die Hörfunklandschaft. Ab den 1970er-Jahren moderierte er die Sendung „Sport und Musik“ zunächst abwechselnd mit Kurt Brumme, später als dessen Nachfolger bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2004. Für Generationen von Hörern war seine Stimme untrennbar mit dem Samstagnachmittag verbunden. WDR-Intendantin Kathrin Vernau würdigte ihn als „Hörfunk-Legende“.
Seine Moderation war stets von einer ruhigen, fast gelassenen Art geprägt. „Die schreckliche fußballlose Zeit ist vorbei“, begrüßte er die Zuhörer regelmäßig zum Saisonstart. Diese Sätze wurden zu geflügelten Worten. Schott ließ sich nie aus der Ruhe bringen, seine Stimme blieb stets auf Zimmerlautstärke – ein Markenzeichen in einer oft lauten Medienwelt.
Leidenschaft für Basketball und Pferdesport
Obwohl Schott vor allem mit der Fußball-Bundesliga in Verbindung gebracht wird, war er kein klassischer Fußballreporter. In seiner gesamten Karriere berichtete er nur zweimal live aus einem Fußballstadion: von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Nürnberg und von Viktoria Köln gegen Rot-Weiss Essen. Seine wahren Leidenschaften galten dem Basketball und dem Pferdesport.
Besonders der Trabrennsport hatte es ihm angetan. Schott züchtete auf seinem Hof in Lohmar selbst Pferde, saß im Sulky und feierte als Amateurfahrer 14 Siege auf der Trabrennbahn. Mehr als 30 Mal berichtete er live vom renommierten Prix d’Amérique in Paris. Diese Passion teilte er mit seinem WDR-Kollegen Adi Furler.
Eine Zeit, in der Fußball nicht alles dominierte
Schotts Karriere fiel in eine Ära, in der der Fußball noch nicht die absolute Dominanz im Sportradio hatte. Der WDR berichtete damals über eine Vielzahl von Sportarten, und Schott war ein vielseitiger Reporter. In Nordrhein-Westfalen, wo zeitweise die Hälfte der Bundesligisten beheimatet war – von Wattenscheid über Uerdingen bis Bielefeld und Düsseldorf – kannte fast jeder seine Stimme.
Mit Dietmar Schott verliert der Hörfunk eine seiner prägendsten Persönlichkeiten. Seine ruhige, kompetente Art und seine unverwechselbare Stimme bleiben unvergessen. Die Bundesliga-Konferenz wird ohne ihn eine andere sein.



