Unternehmer veröffentlicht Mitarbeiter-Chats: So geht respektvoller Umgang im Reinigungsgewerbe
Mitarbeiter-Chats zeigen respektvollen Umgang im Reinigungsgewerbe

Wie Dreck behandelt? Chef veröffentlicht Mitarbeiter-Chats als Gegenbeispiel

In der Uckermark hat ein Artikel über toxische Chefs und miserable Arbeitsbedingungen im Reinigungsgewerbe für viel Gesprächsstoff gesorgt. Zwei Reinigungskräfte hatten im Nordkurier ihr Leid geklagt – mit dem Satz „Nicht nur als Putzfrau bist du für alle der letzte Dreck“ als prägnanter Zusammenfassung ihrer Erfahrungen. Die Reaktionen darauf waren vielfältig: Während zahlreiche Leser ähnliche Erlebnisse bestätigten, meldeten sich auch Menschen, die die Situation differenzierter sehen.

Ein Unternehmer mit eigener Geschichte

Florian Sadowski, der seit drei Jahren in Templin eine Firma für die Reinigung und Betreuung von Ferienunterkünften betreibt, ließ wissen, dass der Artikel bei ihm und seinem elfköpfigen Team sofort Pausengespräch wurde. Der Unternehmer hat eine besondere Biografie: In Berlin in einem Familienbetrieb der Gebäudereinigung aufgewachsen, musste er schon als Kind mit anpacken.

„Mir wurde immer eingebläut, wie ich mit Kollegen und Mitarbeitern umzugehen habe“, erzählt Sadowski. „Diese Leute halten die Firma am Laufen und bringen das Geld in die Kasse. Ein Betrieb ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter.“ Diese Einstellung versuchte er auch in anderen Unternehmen weiterzugeben, in denen er als Vorarbeiter und Objektleiter tätig war.

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Gegenbeispiel aus der Praxis

In seinen eigenen zwei Betrieben verfolgt Sadowski eine Firmenpolitik, die auf Freundschaft, Kollegialität und respektvollem Umgang basiert. „Es ist immer die Mischung aus allem, und das schätzt mein Team sehr“, betont der Templiner. Wichtig sei ihm, dass Meinungen auf Augenhöhe ausgetauscht werden – niemals unter der Gürtellinie.

Ein zentraler Punkt seiner Philosophie: „Ich möchte keinen in meinem Team haben, der morgens mit Bauchschmerzen herkommt, denn so wird die Arbeit nur halbherzig oder schlampig erledigt.“ Seine Kunden und deren Gäste verlassen sich auf die Qualität der Arbeit, und dafür brauche es motivierte Mitarbeiter.

Chatnachrichten als Beweis

Als Beleg dafür, dass seine Mitarbeiter diese Firmenkultur schätzen, sandte Sadowski der Redaktion anonymisierte Chatnachrichten. Die Aussagen darin sprechen eine deutliche Sprache:

  • K.: „Ich habe schon den Zeitungsartikel gelesen. Ich bin mit meinem Job und meinem Chef sehr zufrieden! Sollte ich ein Problem haben/gehabt haben, werde ich es dir einfach mitteilen! Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass dies der beste Job und Chef/Chefin ist, den ich je hatte.“
  • C. aus der Wäscherei: „Ich denke genauso wie K., bin auch sehr zufrieden.“
  • J.: „Kannst ja die NK-Lokalredaktion mal einladen und zeigen, dass es auch anders geht.“
  • R: „@BOSS! Ich vertraue dir und du vertraust mir.“

Ein Appell an die Branche

Sadowski hofft für die beiden Damen aus dem ursprünglichen Bericht – und die vielen anderen in ähnlichen Situationen –, dass sie eine für sie passende Firma finden. „Gerne auch eine Bewerbung zu mir“, fügt er hinzu. Sein Beispiel zeigt, dass respektvoller Umgang und gute Arbeitsbedingungen im Reinigungsgewerbe möglich sind, wenn Unternehmer die Bedeutung ihrer Mitarbeiter wirklich verstanden haben.

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