Ende der Arbeitskämpfe: MVG-Fahrer in München profitieren von Tarifeinigung
Die monatelangen Streiks im bayerischen Nahverkehr haben sich gelohnt. In der fünften Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag für kommunale Verkehrsunternehmen haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber auf eine deutliche Gehaltserhöhung geeinigt. Für die Beschäftigten der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bedeutet dies ein spürbares Plus auf dem Lohnzettel.
Konkrete Zahlen: So steigen die Gehälter
Tramfahrer erhalten wie ihre Kollegen aus Bus und U-Bahn eine Erhöhung um sieben Prozent. Je nach Berufserfahrung summiert sich dies auf monatlich zwischen 210 und 250 Euro brutto zusätzlich. Die Anpassungen erfolgen gestaffelt: Rückwirkend zum 1. Januar 2026 gibt es 4,1 Prozent mehr, im September 2026 steigt der Lohn um ein weiteres Prozent und im Januar 2027 folgt eine Erhöhung um 1,9 Prozent. Insgesamt ergibt sich so eine Steigerung von etwa 7,14 Prozent.
Ein Beispiel: Ein Busfahrer in München mit drei Jahren Erfahrung in Entgeltgruppe 4, Stufe 3, verdiente bisher 3.238 Euro brutto monatlich. Ab 2027 erhält er 3.469 Euro – ein Plus von 231 Euro. Neben den Fahrern profitieren auch andere Mitarbeiter wie Gleisbauer, Elektroniker oder Mechatroniker mit bis zu 360 Euro mehr. Disponenten in den Gruppen 6 und 7 bekommen maximal 280 Euro extra, Kontrolleure rund 200 Euro.
Weitere Verbesserungen: Arbeitszeit und Zuschläge
Neben der Gehaltserhöhung bringt der Tarifabschluss weitere Verbesserungen. Ab 2029 reduziert sich die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 38,5 auf 37,5 Stunden. Der Sonntagszuschlag steigt von 25 auf 30 Prozent, was im Schnitt monatlich etwa 40 Euro zusätzlich bedeutet – sieben Euro mehr als zuvor.
Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, kommentiert: "Dieser Abschluss bringt spürbare Verbesserungen bei Arbeitszeit und Zuschlägen." Allerdings zeigt sich die Gewerkschaft nicht vollends zufrieden. Verhandlungsführerin Katharina Wagner betont: "Wir hätten uns gerade für die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Entgeltgruppen eine stärkere Erhöhung gewünscht. Am Verhandlungstisch war mit den sieben Prozent jedoch das Maximum erreicht."
Ausblick: Mitgliederbefragung und Vertragslaufzeit
Ob der Tarifvertrag in Kraft tritt, entscheiden die Gewerkschaftsmitglieder in einer Befragung bis zum 15. Mai 2026. Bis dahin herrscht Ruhe im Nahverkehr. Der Vertrag würde bis Ende 2029 gelten, wobei die Gehaltsanpassungen nur bis Ende 2027 bindend sind. Dies ermöglicht frühere Neuverhandlungen für weitere Erhöhungen.
Die Einigung betrifft nicht nur München, sondern auch andere bayerische Städte wie Nürnberg, Fürth, Erlangen und Landshut. Während Fahrer in diesen Städten zur Entgeltgruppe 4 gehören, fallen Beschäftigte im restlichen Bayern in Gruppe 3b. Insgesamt markiert der Abschluss einen wichtigen Schritt für die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr.



