Verdi verschärft Warnstreiks: Nahverkehr in Bayern erneut lahmgelegt
Neue Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr

Verdi verschärft Warnstreiks: Nahverkehr in Bayern erneut lahmgelegt

Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr fort und erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeber. Fahrgäste in mehreren Städten müssen sich erneut auf massive Einschränkungen einstellen. Bereits am frühen Morgen kam der öffentliche Personennahverkehr in Augsburg weitgehend zum Erliegen. Lediglich einige wenige Buslinien, die an private Unternehmen vergeben sind, verkehren noch. Die Stadtwerke Augsburg rieten ihren Kunden, vorsorglich auf alternative Verkehrsmittel wie Regionalbahnen oder Buslinien des AVV umzusteigen.

Streiks in Nürnberg und Landshut mit ganztägigen Auswirkungen

Am Mittwoch sind in Nürnberg und Landshut ganztägige Arbeitsniederlegungen angekündigt. In Nürnberg betrifft dies vor allem den U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehr, während die S-Bahn weiterfahren soll. Der Ausfall dürfte sich auch auf Besucher des Nürnberger Volksfestes auswirken, die auf alternative Anreiseoptionen zurückgreifen müssen. In Landshut steht der gesamte Nahverkehr still, was Pendler und Touristen vor erhebliche Herausforderungen stellt.

In München sind Beschäftigte der Stadtwerke München (SWM) ebenfalls zu Warnstreiks aufgerufen. Allerdings soll der Fahrdienst mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen hier nicht betroffen sein. Verdi begründet dies mit bereits bestehenden Einschränkungen an der S-Bahn-Stammstrecke, um eine Doppelbelastung der Fahrgäste zu vermeiden.

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Verdi erhöht Druck vor neuer Verhandlungsrunde

Gegen Ende der Woche sind weitere Streikaufrufe in kleineren bayerischen Städten möglich. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 15. April plant die Gewerkschaft, regelmäßig Aktionen durchzuführen. Diese werden jedoch rechtzeitig angekündigt, damit sich Fahrgäste darauf einstellen können, wie Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, betont.

Die Gewerkschaft fordert für etwa 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber haben nach der jüngsten Verhandlungsrunde ein verbessertes Angebot vorgelegt:

  • Bei einer Laufzeit von 24 Monaten: Mehr als 6 Prozent Entgeltsteigerung
  • Bei einer Laufzeit von 48 Monaten: Rund 9 Prozent Entgeltsteigerung plus Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde

Verdi zeigt sich kompromissbereit, pocht aber auf wesentliche Verbesserungen. Die aktuelle Forderung liegt bei einer Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit – ursprünglich waren 670 Euro bei einem Jahr Laufzeit gefordert worden. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine Reduzierung der Arbeitszeit und verweist auf Tarifabschlüsse in anderen Bundesländern, die maximale Schichtlängen und bessere Mindestruhezeiten beinhalten.

Die Situation bleibt angespannt, und Fahrgäste im bayerischen Nahverkehr müssen sich auf weitere Unwägbarkeiten einstellen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Warnstreiks zu einer Einigung in den Tarifverhandlungen führen können.

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