Thüringens neue Fachkräftestrategie: Kampf gegen den Arbeitskräftemangel bis 2030
Thüringen startet Offensive gegen Fachkräftemangel

Thüringen startet umfassende Offensive gegen den Fachkräftemangel

Der Freistaat Thüringen hat eine neue und ambitionierte Fachkräftestrategie verabschiedet, um dem wachsenden Arbeitskräftemangel entschlossen entgegenzutreten. Diese Strategie ist eine direkte Antwort auf die alarmierenden Prognosen des demografischen Wandels und die bereits spürbaren Engpässe in Schlüsselbranchen.

Demografische Herausforderung und akute Engpässe

Laut Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) werden bis zum Jahr 2035 in Thüringen etwa 140.000 Erwerbstätige weniger zur Verfügung stehen. Diese dramatische Entwicklung ist bereits heute spürbar, denn zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze können nicht mehr besetzt werden. Besonders betroffen sind die Industrie, das Handwerk sowie der Gesundheits- und Sozialsektor.

Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) betonte in Arnstadt die Dringlichkeit des Handelns: „Es darf kein Jugendlicher zurückgelassen werden.“ Derzeit verlassen in Thüringen noch rund zehn Prozent der Jugendlichen die Schule oder Berufsschule ohne einen Abschluss. Dieses Potenzial will die Landesregierung nun aktivieren.

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Kernpunkte der neuen Fachkräftestrategie

Die Strategie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der verschiedene Bevölkerungsgruppen in den Blick nimmt:

  • Jugendliche ohne Abschluss: Ein zentrales Ziel ist die Reduzierung von Schul- und Ausbildungsabbrüchen. Durch praxisorientierte Angebote und die Einführung einer Schüler-ID soll sichergestellt werden, dass junge Menschen beim Übergang ins Berufsleben nicht verloren gehen.
  • Studierende und Absolventen: Thüringen will seine akademischen Talente im Land halten und gleichzeitig ausländische Fachkräfte gezielt anwerben und integrieren.
  • Ältere Arbeitnehmer: Spezifische Weiterbildungsangebote und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sollen dazu beitragen, dass erfahrene Beschäftigte länger im Berufsleben bleiben können.
  • Qualifizierung für den Strukturwandel: Die berufliche Weiterbildung von bereits Beschäftigten wird ausgebaut, um die Herausforderungen des digitalen und strukturellen Wandels besser bewältigen zu können.

Breites Bündnis für die Zukunft des Arbeitsmarktes

Die Fachkräftestrategie bis 2030 ist das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung. Das Land Thüringen, Wirtschafts- und Sozialverbände, Kammern, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit haben sich auf diesen Fahrplan geeinigt. Das übergeordnete Ziel ist klar: Alle verfügbaren Potenziale sollen genutzt werden, um die Versorgung mit Fach- und Arbeitskräften in Thüringen langfristig zu sichern und die wirtschaftliche Zukunft des Freistaats zu stabilisieren.

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