Uckermark: Arbeitslosigkeit bleibt Sorgenkind – Prenzlau mit über 12 Prozent trauriger Spitzenreiter
Uckermark: Arbeitslosigkeit bleibt Sorgenkind – Prenzlau Spitzenreiter

Uckermark: Arbeitslosigkeit bleibt Sorgenkind – Prenzlau mit über 12 Prozent trauriger Spitzenreiter

Die wirtschaftliche Lage in der Uckermark bereitet weiterhin große Sorgen. Während die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk Eberswalde im März unter die 8-Prozent-Marke gesunken ist, bleibt die Situation in der uckermärkischen Kreisstadt Prenzlau alarmierend. Mit einer Quote von 12,3 Prozent führt Prenzlau die traurige Statistik an und ist damit der Spitzenreiter in der Region. Wer in der Stadt arbeiten möchte, muss häufig pendeln, da lokale Jobangebote rar sind.

Regionale Unterschiede: Barnim versus Uckermark

Zwischen den benachbarten Regionen Barnim und Uckermark klafft eine deutliche wirtschaftliche Lücke. Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei nur 5,9 Prozent, während sie in der Uckermark im Vormonat die Marke von 11,3 Prozent erreicht hat. Damit ist die Quote in der Uckermark fast doppelt so hoch wie im Speckgürtel von Berlin. Diese Diskrepanz unterstreicht die strukturellen Herausforderungen, mit denen der ländliche Raum zu kämpfen hat.

Positiver Trend in Templin – aber Jugendarbeitslosigkeit bleibt hoch

Constanze Hildebrandt, Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, betonte jedoch auch positive Entwicklungen. Im März gab es im gesamten Agenturbezirk einen Rückgang auf 12.610 gemeldete Arbeitslose, das sind 259 weniger als im Februar. Besonders erfreulich ist die Situation in der Kurstadt Templin, wo mit einem kräftigen Rückgang die Quote auf 9,1 Prozent gesunken ist. In anderen Geschäftsstellen sehen die Zahlen weniger optimistisch aus: Bernau 4,2 Prozent, Eberswalde 9,2 Prozent, Schwedt 11,7 Prozent und Prenzlau 12,3 Prozent.

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Dennoch bereitet die Jugendarbeitslosigkeit große Sorgen. Insgesamt sind 1.315 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, davon 656 in der Uckermark. „Hier bedarf es großer Anstrengungen aller Partner am Arbeitsmarkt, den jungen Menschen nach ihrer Ausbildung die Aufnahme einer Beschäftigung zu ermöglichen“, so Hildebrandt. Die Agentur appelliert an Arbeitgeber, freie Lehrstellen für den Ausbildungsstart im September 2026 zu melden, um das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern.

Unternehmen schaffen neue Stellen – Bau- und Gesundheitsberufe im Fokus

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bemühen sich die Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten und neue Stellen zu schaffen. Seit Jahresbeginn wurden mehr freie Stellen gemeldet als im Vorjahr: 820 im Landkreis Barnim und 598 im Landkreis Uckermark. Der aktuelle Bestand an gemeldeten freien Stellen beläuft sich auf insgesamt 1.947. Die meisten Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in:

  • Bau- und Ausbauberufen (339 Stellen)
  • Gesundheitsberufen (245 Stellen)
  • Fertigungstechnischen Berufen (238 Stellen)
  • Handelsberufen (205 Stellen)

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die noch einen Ausbildungsplatz für 2026 suchen, bietet die Agentur für Arbeit eine Last-Minute-Lehrstellenbörse am 16. Juni im Familiengarten Eberswalde an. Diese Messe soll dazu beitragen, die Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren und den Einstieg in den Beruf zu erleichtern.

Insgesamt bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Uckermark angespannt, aber mit leichten Hoffnungsschimmern. Während Prenzlau weiterhin als Problemzone gilt, zeigen Initiativen wie die Lehrstellenbörse und positive Trends in Templin, dass gezielte Maßnahmen Wirkung zeigen können. Die Agentur für Arbeit rechnet mit einer weiteren Belebung des Arbeitsmarktes im Frühjahr, betont jedoch, dass insbesondere für junge Menschen noch viel zu tun ist.

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