Söders historische USA-Reise: Raumfahrtkooperation statt Weißes Haus
Söders USA-Reise: Raumfahrt statt Washington

Historische USA-Reise: Bayerns Ministerpräsident Söder setzt auf regionale Allianzen

Fast ein Vierteljahrhundert nach dem letzten USA-Besuch eines bayerischen Regierungschefs bricht Markus Söder zu einer bedeutenden Transatlantikreise auf. Der CSU-Vorsitzende startet am Sonntag zu einer viertägigen Tour durch die Vereinigten Staaten, die ihn nach Texas und South Carolina führen wird – wobei er bewusst einen Bogen um Washington und das Weiße Haus macht.

Erste Dienstreise seit Stoibers Besuch 2002

"Diese Reise ist etwas Besonderes. Es handelt sich um die erste USA-Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten seit fast 25 Jahren", erklärte Söder vor seiner Abreise gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in München. Der letzte bayerische Regierungschef, der offiziell die USA besuchte, war Edmund Stoiber im Jahr 2002, der damals als Kanzlerkandidat der Union unter anderem US-Präsident George W. Bush traf.

Söder, der sich selbst als überzeugter Transatlantiker bezeichnet, sieht seine Mission in der Stärkung regionaler Wirtschaftsbeziehungen. "Wir wollen Allianzen zu Power-Regionen schließen. Texas und South Carolina sind zwei wirtschaftlich äußerst starke Regionen in den USA. Unsere Reise folgt dem Motto: regional, technologisch, wirtschaftlich."

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Raumfahrtachse Bayern-Texas im Fokus

Ein zentrales Ziel der Reise ist der Ausbau der Raumfahrtkooperation zwischen Bayern und Texas. In Houston wird Söder das NASA Mission Control Center besuchen und Gespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit führen. Konkret soll ein gemeinsames Projekt zum Thema KI-Steuerung in der Raumfahrt zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München und der NASA in Houston vereinbart werden.

"Diese Technologie soll effizientere und schnellere Bewegungen im All ermöglichen", erläuterte Söder. "Die Wissenschaft und auch Start-ups aus Bayern können hier entscheidende Impulse liefern. DLR, ESA und NASA werden insgesamt noch enger zusammenarbeiten." Das Projekt zielt auf die Steuerung von Raumfahrzeugen ohne andauernde Bodenkommunikation ab, also auf selbstständiges Operieren im Weltraum.

Wirtschaftsgespräche in South Carolina

Die zweite Station der Reise führt Söder nach South Carolina, wo in Spartanburg das wichtigste und größte Auslandswerk von BMW angesiedelt ist. "BMW ist dort einer der größten Arbeitgeber. Wir sprechen vor Ort über das Thema Automotive und das Auto der Zukunft – auch im Hinblick auf Investitionen in den USA und Investitionen in Bayern", so der Ministerpräsident.

Geplant sind politische Gespräche mit South Carolinas Gouverneur Henry McMaster, einem Republikaner wie US-Präsident Donald Trump, sowie Empfänge im Senat und im Repräsentantenhaus des Bundesstaates. Söder betonte: "Wir pflegen unterhalb der Präsidialebene Netzwerke und bauen Partnerschaften aus, insbesondere zu Gouverneuren und Abgeordneten. Das ist auch mit Blick auf die Zukunft sinnvoll."

Land und Leute: Von Cowboy-Ranch bis Universitäten

Neben den offiziellen Terminen stehen auch kulturelle Begegnungen auf dem Programm. Nachdem Söder bei früheren Auslandsreisen etwa in Schweden mit Schlittenhunden unterwegs war und in Ägypten vor den Pyramiden posierte, sind Besuche auf einer Cowboy-Ranch in Texas und beim NASA-Kontrollzentrum keine Überraschung.

Zudem sollen die Universitätspartnerschaften für neue Technologien und innovative Ideen ausgebaut werden, insbesondere in den Bereichen Medizin und Pflege. Geplant ist außerdem der Besuch eines Werks von Everllence, einem Maschinenbauer mit Hauptsitz in Augsburg.

Positionierung in Zeiten von Handelskonflikten

In einer Zeit von Zollstreitigkeiten und protektionistischen Tendenzen der Trump-Administration positioniert sich Söder klar: "Für Bayern ist klar: Wir sind für möglichst viel Freihandel und gegen Zölle." Die Einflussmöglichkeiten einzelner US-Regionen auf internationale Handelskonflikte schätzt er zwar als begrenzt ein, betont aber den Wert des Austauschs: "Wir bleiben im Dialog und hören rein, wie die Stimmung vor Ort in den USA ist."

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Die Reise markiert nicht nur einen historischen Moment für die bayerisch-amerikanischen Beziehungen, sondern unterstreicht auch Söders Strategie, wirtschaftliche und technologische Partnerschaften auf regionaler Ebene zu stärken – unabhängig von den politischen Turbulenzen auf Bundesebene.