Eine Million Euro – so viel würden die BMA 365 Bamberg Baskets fordern, wenn ein Euroleague-Klub ihren Trainer Anton Gavel verpflichten möchte. Der 41-jährige Coach gilt als heißer Kandidat beim FC Bayern Basketball für die kommende Saison, eine offizielle Anfrage aus München liegt in Bamberg bislang jedoch nicht vor. Dennoch schaltet sich Bambergs Geschäftsführer Philipp Höhne (39) bereits in die Debatte ein und machte im Interview mit BILD deutlich: „Hier müsste eine Ablöse fließen.“ Mindestens eine Million Euro würde Höhne demnach fordern. Sein Problem: Mehrere Sponsoren haben für die nächste Spielzeit höhere Zahlungen in Aussicht gestellt – allerdings nur unter der Bedingung, dass Gavel in Bamberg bleibt.
Brose-Geld an Gavel gebunden
Insbesondere der ehemalige Titelsponsor Brose möchte nachhaltig zum Erfolg der Bamberger beitragen. Zwischen 2006 und 2023 dominierten die Bamberger als Brose Baskets die Basketball-Bundesliga und holten acht ihrer neun Meistertitel in dieser Ära. Damals war Bamberg der finanzstarke Krösus der Liga, heute hingegen schöpft die Mannschaft aus dem kleinsten Etat der Liga das Maximum heraus – ein Verdienst, der vor allem Gavel zugeschrieben wird. Höhne erklärte gegenüber BILD: „Dass wir das kleinste Spielerbudget der BBL haben, ist natürlich auch unseren Sponsoren nicht entgangen. Es haben sich deshalb mehrere Sponsoren bereit erklärt, ihre Sponsorings zu erhöhen, damit Anton mehr Geld zur Kaderplanung zur Verfügung hat.“ Erfrischend offen und transparent gewährt der Bamberger Geschäftsführer Einblicke in die Planungen.
Familie Stoschek bereit zu 850.000 Euro extra
Höhne führte weiter aus: „Konkret sind wir zum Beispiel sowohl mit Michael Stoschek als auch seinem Sohn Maximilian Stoschek, dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe, seit Ende des letzten Jahres im Gespräch, um hier einen ‚Etat-Sprung‘ hinzulegen. Es ist kein Geheimnis, dass die Familie Stoschek sehr sportbegeistert ist und natürlich zu Anton einen sehr besonderen Bezug hat, nachdem mit ihm ein Großteil der Titel während der Brose Baskets-Ära geholt wurde. Deshalb waren sie zuletzt bereit, über 850.000 Euro zusätzlich zu geben, wenn wir mit Anton Gavel an der Seitenlinie in die neue Saison gehen. Dieser Betrag stünde uns dann natürlich nicht mehr zur Verfügung.“
Angesichts des aktuellen Spielerbudgets von 1,46 Millionen Euro, das Bamberg in dieser Saison für sein Team ausgibt, handelt es sich hier um einen beträchtlichen Batzen. Bayerns Sportdirektor Dragan Tarlac (52) schloss jedoch bei Dyn aus, dass der Meister für Gavel eine Ablöse zahlen würde: „Wir haben niemals eine Ablösesumme für einen Trainer bezahlt. Wir sind nicht bereit, eine Ablösesumme zu zahlen.“ Sollte Bayern Gavel tatsächlich verpflichten wollen, könnte hier ein ordentlicher Poker entstehen.



