Der Aufstiegstraum von Hansa Rostock zerbröselt weiter. Das 2:5 gegen Jahn Regensburg war kein Betriebsunfall, sondern die Quittung für eine Rückrunde voller Wiederholungen: gleiche Fehler, gleiche Aussetzer, gleiche Ratlosigkeit. „So steigt man nicht auf“, lautete das Fazit nach der Partie.
Chance vertan: Hansa bleibt im alten Muster
Dabei war die Gelegenheit günstig. Am Freitag verlor der Mitkonkurrent MSV Duisburg mit 1:3 gegen Alemannia Aachen. Die Tür für Hansa stand offen. Doch wie schon nach der schwachen ersten Halbzeit gegen Schweinfurt (0:0) blieb die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann in ihrem alten Muster hängen: zu wenig Gier, zu wenig Mut, zu wenig „Aufstiegs-Biss“.
Pleite legt Probleme offen
Bereits zur Pause lag Hansa mit 0:3 zurück – und das gegen einen Gegner, für den es tabellarisch um kaum etwas geht. Das schmerzt doppelt und wirft Fragen auf. Innenverteidiger Florian Carstens gab zu: „Wir setzen die erste Halbzeit komplett in den Sand.“
Kapitän Marco Schuster wurde grundsätzlich: „Da geht es um Aufmerksamkeit, um Verantwortungsbewusstsein. Wir müssen einen Schritt nach vorn machen. So werden wir immer gut in der Liga dabei sein, aber es wird nie zum großen Wurf reichen.“ Torwart Benjamin Uphoff sprach Klartext: „In der ersten Halbzeit haben sie uns einfach komplett abgekocht.“
Brinkmann: „Das ist peinlich und beschämend“
Die Kritik kam nicht nur aus der Kabine, sondern auch von ganz oben. Coach Daniel Brinkmann fand harte Worte: „Wir müssen intern unheimlich hart mit uns ins Gericht gehen, weil das einfach peinlich ist. Wenn du hier vor einer geilen Kulisse so ein Spiel ablieferst, dann ist das beschämend.“
Die Schwächen wurden offengelegt: Probleme gegen Mittelfeld-Pressing, bei Umschaltmomenten und gegen tief stehende Gegner. Trotz Ballbesitz fehlt die Absicherung bei Kontern, besonders über die Flügel. In den Zweikämpfen mangelt es an Griffigkeit.
Keine Lernkurve in der Rückrunde
Der Punkteschnitt von 1,75 in der Rückrunde ist nicht aufstiegsreif. Die verbleibenden Spiele reichen nicht mehr, um den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Schuster analysierte: „Wir haben heute genau das gesehen, was wir in der Rückrunde sehr oft gesehen haben: Gegner ziehen sich ins Mittelfeld-Pressing zurück und hoffen auf Umschaltmomente. Wir haben dahingehend keine Lernkurve gezeigt.“ Und er stellte klar: „Wir können uns nicht immer die Eier selbst legen und dann hoffen, dass wir die Spiele drehen. Das geht nicht.“
Jetzt helfen wohl nur noch Ausrutscher von Rot-Weiss Essen, Energie Cottbus und MSV Duisburg. Fakt ist: Hansa hat die viel zitierten Hausaufgaben nicht erledigt.



