BVB-Neuzugang Joane Gadou: Eine Naturgewalt für die Abwehr
Joane Gadou: Naturgewalt für den BVB

Borussia Dortmunds Verpflichtung von Abwehr-Talent Joane Gadou ist ein klares Zeichen. Der bei Paris Saint-Germain ausgebildete 19-Jährige wurde bereits mit großen Namen verglichen. Nun soll er den Sprung von RB Salzburg in die Bundesliga meistern.

Erste Begegnungen mit dem BVB

Joane Gadous erste Spiele gegen Borussia Dortmund verliefen für sein Team nicht erfolgreich. Anfang 2023 unterlag er mit Paris Saint-Germain im Achtelfinale der Youth League gegen die BVB-Talente im Elfmeterschießen. In der folgenden Saison verlor Gadou mit der PSG-U19 beide Gruppenspiele gegen die Dortmunder. Dennoch hinterließen seine Leistungen offenbar Eindruck bei den Verantwortlichen.

„Wir kennen Joane schon sehr lange und haben ihn bereits während seiner Zeit bei Paris Saint-Germain beobachtet“, erklärte Dortmunds Geschäftsführer Sport, Lars Ricken, bei der Bekanntgabe des Transfers. „Joane wird uns verstärken und direkt mit Beginn der neuen Saison eine wichtige Rolle bei uns einnehmen.“

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Das Signal ist eindeutig: Nach dem Karriereende von Niklas Süle und der längeren Zwangspause von Emre Can wegen eines Kreuzbandrisses leitet der BVB mit der Verpflichtung des 19-jährigen Gadou einen Generationswechsel in der Abwehr ein.

Millionen-Ablöse lässt Gadou kalt

Die Schwarz-Gelben zahlten nach Medienberichten 19,5 Millionen Euro als feste Ablöse an Red Bull Salzburg, das zuvor zehn Millionen Euro an PSG überwiesen hatte. Dabei hatte Gadou zu diesem Zeitpunkt erst drei Kadernominierungen, aber noch keine Profiminute in seiner Vita. Insgesamt flossen bereits fast 30 Millionen Euro für ihn, weitere 4,5 Millionen könnten durch Boni hinzukommen. Der Erwartungsdruck steigt entsprechend, doch Gadou zeigt sich unbeeindruckt.

„Ich achte nicht unbedingt darauf“, sagte Gadou im vergangenen Jahr dem Nachwuchsportal La Voix du Vestiaire. „Ich spiele einfach Fußball und versuche, auf dem Platz mein Bestes zu geben. Außerdem bleiben solche Dinge normalerweise zwischen den Vereinen.“

Sportdirektor Ole Book beschrieb den 1,95 Meter großen Innenverteidiger als „modernen und physisch starken“ Spieler mit gutem Spielaufbau, extremer Schnelligkeit und Entwicklungspotenzial. Gadou unterschrieb beim BVB bis 2031.

Ex-Trainer lobt Gadous Reife

Bereits in seiner Debütsaison entwickelte sich Gadou in Salzburg zum Stammspieler. Am Ende der Saison belegte er bei der Wahl zum Newcomer des Jahres den vierten Platz. In dieser Saison sammelte er Erfahrung in der Champions-League-Qualifikation und stand in der Europa League in sieben von acht Spielen über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Insgesamt absolvierte Gadou 58 Pflichtspiele für Salzburg.

Salzburgs damaliger Trainer Thomas Letsch lobte Gadou im Herbst gegenüber L’Équipe: „In den letzten Monaten hat Joane nicht nur sein immenses Talent und sein großes Potenzial unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, dass er ein Spieler mit Charakter ist, der sich nach einer schwächeren Leistung sofort wieder aufrappeln kann. Er zeigt bereits eine bemerkenswerte Reife in seinem Spiel, ist sehr abgeklärt und verfügt über enorme Qualitäten im Kopfballspiel.“

Allerdings hat Gadou angesichts einer Zweikampfquote in der Luft von nur 49 Prozent in der laufenden Saison trotz seiner Körpergröße noch Nachholbedarf. Auch der Wert der gewonnenen Duelle am Boden ist mit 55 Prozent ausbaufähig. Der Schritt aus der österreichischen Bundesliga ins deutsche Oberhaus erscheint daher zunächst recht groß.

Vergleiche mit großen Namen

Schon in jungen Jahren wurden große Vergleiche gezogen. PSG-Jugendleiter Yohan Cabaye prognostizierte Gadou im Februar 2024 in einem L’Équipe-Podcast eine ähnliche Entwicklung wie Warren Zaire-Emery, der beim Champions-League-Finalisten als 20-jährige Allzweckwaffe glänzt. „Wenn man von Prognosen spricht, setzt man immer Grenzen. Aber das Potenzial kann sehr weit reichen“, sagte Cabaye.

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Seit der U16 durchlief Gadou alle U-Nationalteams Frankreichs. Bei der U17-EM 2024 führte er seine Mannschaft als Kapitän an. Jean-Luc Vannuchi, Trainer der französischen U-Mannschaften, begleitete Gadous Entwicklung eng und verglich ihn mit Arsenal-Verteidiger William Saliba. „Joane entwickelt körperlich eine unglaubliche Kraft. Seine große Stärke ist, dass er Zweikämpfe liebt, die Eins-gegen-Eins-Situationen. Im modernen Fußball wird das immer wichtiger“, sagte Vannuchi. „Für mich ist er eine Naturgewalt.“ Was seine Technik angehe, „gibt es noch einiges zu tun“, ergänzte der Nachwuchstrainer. „Joanes große Stärke ist, dass er gut zuhört, fleißig ist und hart arbeitet.“

Vorbilder: Ramos, Marquinhos und Upamecano

Gadou selbst nannte im Interview mit den BVB-Klubmedien Sergio Ramos als eines seiner Idole, sowie PSG-Star Marquinhos. „Mich begeistert seine Mentalität. Der Kerl will immer nur sein Tor verteidigen, als wäre das Tor sein eigenes Haus. Das gehört ihm, also verteidigt er das Tor wie sein Leben.“

Nach seinem Wechsel nach Salzburg zog er Parallelen zum Bayern-Profi Dayot Upamecano, der ebenfalls beim österreichischen Serienmeister reifte. „Ich bewundere Upamecano. Er hat eine erfolgreiche Karriere hingelegt“, sagte Gadou bei seiner Vorstellung in Salzburg. „Mit seinem Spielstil kann ich mich ein wenig identifizieren.“

An großen Vergleichen mangelt es also nicht. Und Gadou hat sich große Ziele gesetzt: „Viele Titel“ wolle er gewinnen, verriet er in seinem Vorstellungsinterview. „Und viele Spiele spielen für diesen Klub. Das ist mein Traum.“