McLaren-CEO Zak Brown hat die engen Verflechtungen zwischen Formel-1-Teams scharf kritisiert und sieht die sportliche Fairness gefährdet. Besonders im Fokus seiner Kritik steht Red Bull, das mit Racing Bulls ein eng verbundenes B-Team betreibt. Brown äußerte sich in einer Medienrunde und warnte vor einem hohen Risiko für die Integrität des Sports.
Transfers als Zankapfel
Auslöser der Kritik war unter anderem der Wechsel von Andrea Landi, der ab 1. Juli als Head of Performance zu Red Bull wechselt, nachdem er zuvor bei Racing Bulls tätig war. Während solche Transfers innerhalb des Red-Bull-Kosmos reibungslos ablaufen, muss McLaren bei der Verpflichtung von Gianpiero Lambiase, der ebenfalls von Red Bull kommt, deutlich länger warten – möglicherweise bis zu seinem Vertragsende 2028. Brown sieht darin einen strukturellen Vorteil: Wenn Mitarbeiter ohne Kompensation zwischen verbundenen Teams wechseln, entstehe ein finanzieller und sportlicher Vorteil im Rahmen der Budgetobergrenze.
Sportliche Auswirkungen
Doch nicht nur bei Transfers, auch auf der Rennstrecke könnten solche Verbindungen unfair wirken. Brown verwies auf den Singapur-GP 2024, als Daniel Ricciardo, damals Fahrer des Red-Bull-Farmteams Racing Bulls, den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde holte und damit indirekt in den Titelkampf eingriff. Solche Eingriffe seien problematisch, da sie von außen gesteuert werden könnten.
Weitere Beispiele aus der Vergangenheit
Brown erinnerte auch an den Bremsbelüftungs-Skandal um Racing Point im Jahr 2020, bei dem dem Rennstall 15 WM-Punkte aberkannt wurden, weil Bauteile zu stark an denen von Mercedes orientiert waren. Dies zeige, dass es nicht nur bei Red Bull problematische Verbindungen gebe.
Aktuelle Entwicklungen
Mit Sorge beobachtet Brown zudem die Pläne von Mercedes, Anteile am Alpine-Team zu erwerben. „Motorenlieferungen sollten das Maximum an Zusammenarbeit sein“, forderte Brown. Alles darüber hinaus gefährde die Unabhängigkeit der elf Teams und damit das Vertrauen der Fans. Er appellierte an die Formel-1-Verantwortlichen, klare Regeln zu schaffen, um die sportliche Fairness zu wahren.



