Seit dem 1. Mai 2026 gilt der von der schwarz-roten Koalition beschlossene Tankrabatt. Die Steuern auf Benzin und Diesel wurden um 16,7 Cent pro Liter gesenkt, um Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs zu entlasten. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) erwartet, dass die Mineralölkonzerne die Senkung vollständig an die Kunden weitergeben. Doch ob und wie schnell die Preise tatsächlich sinken, ist ungewiss.
Wie funktioniert der Tankrabatt?
Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wurde um 14,04 Cent pro Liter reduziert. Da auf die entfallende Steuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Gesamtsenkung von 16,7 Cent – gerundet 17 Cent. Der Rabatt gilt für Kraftstoffe, die nach Mitternacht Raffinerien oder große Tanklager verlassen. Daher könnte es zu Verzögerungen kommen, solange noch Sprit mit dem höheren Steuersatz im Tank der Zapfsäulen steckt.
Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro
Das Finanzministerium betont, die Maßnahme sei eine echte Entlastung für Pendler und andere Autofahrer. Allerdings kostet die Steuersenkung den Staat bei voller Weitergabe bis zu 1,6 Milliarden Euro. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, die Senkung weiterzugeben. Der ADAC und Finanzminister Klingbeil wollen die Preisentwicklung genau überwachen. „Dafür haben wir das Kartellrecht, dafür gibt es den politischen Druck, und dafür gibt es auch eine kritische Öffentlichkeit“, so Klingbeil.
Verbraucherschützer warnen vor Konzernrabatt
Die Verbraucherzentralen fordern das Bundeskartellamt zu strenger Kontrolle auf. „Der Tankrabatt darf nicht wieder zum Konzernrabatt werden“, warnt Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands. Sie verweist auf die Erfahrungen aus der Energiekrise 2022 nach dem Ukraine-Krieg, als die Steuersenkung teilweise in den Kassen der Mineralölkonzerne versickert sei. Pop lehnt eine Verlängerung über Juni hinaus ab und plädiert stattdessen für gezielte Direktzahlungen an besonders betroffene Gruppen.



