Tesla sieht Trendwende in Grünheide – Experte warnt vor Einmaleffekt
Tesla: Trendwende in Grünheide oder nur Einmaleffekt?

Der US-Elektroautobauer Tesla sieht für seine Fabrik im brandenburgischen Grünheide bei Berlin eine Trendwende. Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hingegen spricht mit Blick auf aktuelle Rabattaktionen und den Iran-Krieg lediglich von einem „Einmaleffekt“ und zeigt sich skeptisch, was die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung angeht. Diese Skepsis bezieht sich auch auf den geplanten Ausbau des einzigen europäischen Autowerks von Tesla-Chef Elon Musk.

Produktionssteigerung und Neueinstellungen

Tesla hatte am Donnerstag angekündigt, aufgrund der gestiegenen Nachfrage in Grünheide rund 1.000 neue Mitarbeiter einzustellen und die Produktion um ein Fünftel hochzufahren. „Tesla ist aufgrund eines Rabatt-Programms mit 3.000 Euro Rabatt in den letzten Monaten gut gefahren“, sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur. Der Bonus für das Model Y sei jedoch zeitlich begrenzt. Zudem habe Tesla die Modelle 3 und Y lediglich aufgefrischt, was das Unternehmen anders sieht.

Dudenhöffers Einschätzung

„Die haben derzeit wegen guter Tesla-Lieferfähigkeit, guten Rabatten und dadurch, dass viele Menschen aufgrund des Iran-Kriegs mehr Interesse am Elektroauto haben, eine gute Entwicklung“, so Dudenhöffer. „Nach meiner Einschätzung ist dies eher ein Einmaleffekt, der sich wieder 'abkühlen' wird. Von daher würde ich davon ausgehen, dass man mit Leiharbeitern versucht, die gute Lage derzeit zu überbrücken. Ich bin nicht vom langfristigen Ausbau überzeugt.“

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Werksleitung sieht langfristigen Aufschwung

Der Autobauer stockt wegen eines Schubs bei der Nachfrage die Zahl der Beschäftigten deutlich auf. „Die Zulassungszahlen in den Märkten, die wir beliefern, sind im ersten Quartal deutlich angestiegen“, sagte Werksleiter André Thierig am Donnerstag zur Begründung. Bis Ende Juni sollen 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzukommen, zudem sollen 500 Leiharbeitnehmer bis Jahresende unbefristet übernommen werden.

Nachfrage in Deutschland gestiegen

Ein Vergleich der Neuzulassungen in Deutschland zeigt die gestiegene Nachfrage: Wurden von Januar bis März 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt 4.935 neue Teslas registriert, waren es von Januar bis März 2026 genau 12.829 – mehr als das Zweieinhalbfache. Der Werksleiter in Grünheide führt den Schub auf die Förderung der Elektrofahrzeuge, die gestiegenen Spritpreise, aber auch auf das Produkt selbst zurück. Deshalb soll die Produktion gesteigert werden. „Mit 5.000 Einheiten pro Woche sind wir noch lange nicht an der Auslastungsgrenze der Fabrik“, sagte Thierig. „Das sind wir auch mit 6.000 Einheiten noch nicht.“

Ausbaupläne und Umweltbedenken

Die Zahlen entsprechen einer Steigerung der Jahresproduktion von 250.000 auf 300.000 Autos. Tesla-Chef Musk will die Fabrik massiv ausbauen. Für Grünheide peilte das Unternehmen in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an, bei einem massiven Ausbau eine Verdopplung auf eine Million im Jahr. Thierig macht deutlich, was zunächst ansteht: „Erst mal werden wir natürlich die Kapazitäten, die wir haben, so bestmöglich ausnutzen.“ Umweltschützer sehen die Fabrik skeptisch, weil sie teils in einem Wasserschutzgebiet liegt.

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