Verschleppte Junkers-Ingenieure: Simone Trieder erinnert an Schicksal
Verschleppte Junkers-Ingenieure: Trieders Erinnerung

Es waren auch lebende Reparationen, die nach der Niederlage Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entrichtet werden mussten. Im Jahr 1946 wurden über 2.000 deutsche Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker samt ihren Familien aus Mitteldeutschland in die Sowjetunion verschleppt, darunter auch Spezialisten aus den Junkers-Werken in Dessau. 80 Jahre später widmet sich die Autorin Simone Trieder diesem düsteren Kapitel der Geschichte auf den Landesliteraturtagen.

Ein dunkles Kapitel der Nachkriegszeit

Die Verschleppung deutscher Fachkräfte in die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein oft übersehenes Ereignis. Mehr als 2.000 Menschen wurden 1946 aus ihren Heimatorten in Mitteldeutschland, darunter Dessau, zwangsweise in die UdSSR gebracht. Viele von ihnen waren hochqualifizierte Ingenieure und Techniker, die in den Junkers-Werken gearbeitet hatten, einem der bedeutendsten Flugzeughersteller der damaligen Zeit. Sie sollten dort ihre Kenntnisse für die sowjetische Industrie nutzbar machen.

Simone Trieders literarische Aufarbeitung

Die Autorin Simone Trieder hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. In ihren Büchern „Unsere russischen Jahre“ und „Gastrow“ beleuchtet sie die Schicksale der Betroffenen. Am Donnerstag, dem 14. Mai, wird sie im Rahmen der Landesliteraturtage aus ihren Werken lesen. Die Veranstaltung wird durch historische Bilder ergänzt, die einen visuellen Einblick in diese Zeit geben. Trieder möchte damit an die persönlichen Erlebnisse und das Leid der Verschleppten erinnern, die oft jahrelang in der Sowjetunion bleiben mussten, bevor sie zurückkehren durften.

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Bedeutung für die regionale Geschichte

Die Junkers-Werke waren nicht nur ein wirtschaftlicher Motor für Dessau, sondern auch ein Zentrum technischer Innovation. Die Verschleppung ihrer Ingenieure hinterließ eine tiefe Lücke in der Stadtentwicklung und Industriegeschichte. Simone Trieders Arbeit trägt dazu bei, dieses Kapitel der Nachkriegsgeschichte lebendig zu halten und die Erinnerung an die betroffenen Familien zu bewahren. Ihre Lesung bietet eine Gelegenheit, sich mit einem Teil der deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen, der lange im Schatten stand.

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