US-Regierung plant Umstellung von Autobauern auf Rüstungsproduktion
Die US-Regierung will einem Medienbericht zufolge amerikanische Automobilkonzerne wie General Motors und Ford für die Herstellung von Waffen und Militärgerät gewinnen. Hintergrund sind die schrumpfenden Munitionsbestände aufgrund der Konflikte im Iran und in der Ukraine, insbesondere bei Raketen und Anti-Drohnen-Technologie.
Gespräche mit Automobilkonzernen laufen bereits
Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, haben ranghohe Beamte des US-Verteidigungsministeriums bereits Gespräche mit GM-Chefin Mary Barra und Ford-Boss Jim Farley geführt. Ziel sei es, die industrielle Basis der Verteidigung rasch auszubauen, wie ein Pentagon-Vertreter formulierte.
Neben den Automobilherstellern wurden auch GE Aerospace, das Triebwerke für Kampfflugzeuge liefert, sowie der Maschinenbauer Oshkosh kontaktiert. Oshkosh produziert bereits taktische Fahrzeuge für die US-Armee und ihre Verbündeten, wobei der größte Teil des Umsatzes von 10,5 Milliarden US-Dollar jedoch aus dem zivilen Bereich stammt.
Rüstungsproduktion auf Kriegsniveau
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Gespräche laut Bericht bereits vor Beginn des Iran-Krieges initiiert, um die Rüstungsproduktion auf Kriegsniveau umzustellen. Die aktuellen Bestände in den Munitionslagern zeigten jedoch, dass das US-Militär zusätzliche Partner benötigt, um Raketen und taktische Systeme schneller produzieren zu können.
Seit der russischen Invasion in der Ukraine wächst in Washington und der NATO die Sorge um die eigene Produktionskapazität. Die USA und mehrere europäische Länder, darunter Großbritannien und Deutschland, zählen zu den wichtigsten Waffenlieferanten der Ukraine.
Historische Vorbilder und aktuelle Herausforderungen
Die Idee ist nicht neu: Bereits im Zweiten Weltkrieg stellten die großen Autobauer in Detroit ihre Produktion um und bauten Bomber, Flugzeugmotoren und Militär-Lastwagen. Damals galt Amerika als Waffenarsenal der Demokratie. Auch während der Corona-Pandemie produzierten GM, Ford und Medizintechnikfirmen Zehntausende Beatmungsgeräte.
Heute konzentriert sich ein Großteil der Rüstungsproduktion jedoch auf wenige spezialisierte Konzerne. Viele davon haben zwar Verträge mit dem Pentagon, aber meist nur in kleinerem Umfang oder für spezielle Projekte. So könnte GM bald ein neues, größeres Infanteriefahrzeug für die US-Armee bauen, das den Humvee ersetzen soll.
Das Pentagon hat zuletzt ein Budget von 1,5 Billionen Dollar beantragt, das größte in der modernen Geschichte der Behörde. Diese Maßnahmen unterstreichen die Dringlichkeit, die Rüstungsproduktion angesichts der globalen Konflikte zu intensivieren.



