Die grenzenlose Wiederverkaufspolitik der Fifa sorgt bei Final-Tickets der Fußball-Weltmeisterschaft für bislang unvorstellbare Preise. Auf der offiziellen Weiterverkaufsseite des Fußball-Weltverbands standen am Donnerstag (Ortszeit) vier Eintrittskarten für das Endspiel im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks zum Preis von jeweils 2.299.998,85 Dollar zum Verkauf – das entspricht rund zwei Millionen Euro je Ticket.
Schon der Originalpreis für die vier Tickets war für den Besuch eines Fußballspiels extrem hoch. Er betrug jeweils 8860 Dollar, rund 7600 Euro. Eingestellt waren die Eintrittskarten für einen Basispreis von 1.999.999 Dollar, dazu kommen 15 Prozent Gebühren der Fifa in Höhe – was dann noch mal 300.000 Dollar wären.
Plätze in der viertletzten Reihe
Dabei sind die Plätze nicht mal besonders gut. Sie befinden sich in der viertletzten Reihe von Block 124, einem Block im Unterrang seitlich versetzt hinter dem Tor. Wenn Sie auf diesen Plätzen im September beim Konzert von Ed Sheeran sitzen wollen, zahlen Sie knapp 200 Dollar.
Weltverband kassiert doppelt
Der Weltverband lässt Ticket-Inhaber ihre Karten auf der Plattform zu einem beliebigen Preis weiterverkaufen. Einschränkungen gibt es – wegen der dortigen Gesetzeslage – nur für Spiele in Mexiko.
Für den Weltverband rechnet sich das extrem, er kassiert bei jedem Deal nämlich gleich doppelt ab. Verkäufer und Käufer müssen jeweils 15 Prozent Gebühren an die Fifa bezahlen. Sollte die vier Karten also zum aufgerufenen Preis einen neuen Besitzer finden, verdient die Fifa daran rund 2,4 Millionen Dollar nur an Provision. Alles im Sinne des Spiels und der Fans natürlich ...
Das Modell für den Zweitmarkt entspreche den gängigen Praktiken auf dem Ticketmarkt für große Sportveranstaltungen in den Gastgeberländern, verteidigte sich die Fifa zuletzt in einer Stellungnahme, nachdem Kritik an den horrenden Preisen aufgekommen war.
Im Gegensatz zu gewinnorientierten Drittanbietern von Ticketmarktplätzen würden die Fifa-Einnahmen über die 211 Mitgliedsverbände in die weltweite Entwicklung des Fußballs reinvestiert. Wenn das so ist: Da zahlt man doch gern zwei Milliönchen für ein Fußballspiel ...



