Börsenjubel nach Iran-Waffenruhe: Ölpreis stürzt ab, Märkte atmen auf
Börsenjubel nach Iran-Waffenruhe: Ölpreis stürzt ab

Börsenjubel nach Iran-Waffenruhe: Ölpreis stürzt ab, Märkte atmen auf

Die Aussicht auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg sorgt weltweit für spürbare Erleichterung an den Finanzmärkten: Börsenindizes steigen kräftig, während der Ölpreis dramatisch nach unten rauscht. Diese Entwicklung markiert eine deutliche Wende nach wochenlangen Spannungen und Kriegsängsten.

Asiatische Märkte mit kräftigen Gewinnen

In Ostasien schossen die Kurse am Mittwoch regelrecht nach oben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verzeichnete ein beeindruckendes Plus von 4,4 Prozent, während der südkoreanische Kospi zeitweise sogar um rund 6 Prozent zulegte. Die extremen Ausschläge in Seoul waren so heftig, dass der Handel dort kurzzeitig ausgesetzt werden musste. Auch Australiens Leitindex S&P ASX 200 profitierte von der positiven Stimmung und legte um mehr als 2,6 Prozent zu.

Wall Street zeigt erste Entspannung

Bereits an der Wall Street hatte sich die Lage etwas entspannt: Der S&P 500 und der technologie-lastige Nasdaq schlossen leicht im Plus, während der Dow Jones Industrial Average nur minimal nachgab. Hintergrund dieser Entwicklung waren neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts sowie Signale für eine mögliche Verlängerung der Iran-Frist.

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Ölpreis auf Tiefststand seit Mitte März

Der eigentliche Treiber der aktuellen Rally ist jedoch die Aussicht auf eine Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Irans Außenminister Abbas Araghtschi stellte in Aussicht, dass Schiffe die Meerenge während der zweiwöchigen Waffenruhe passieren dürfen. Die Reaktion am Ölmarkt war unmittelbar und deutlich: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stürzte um rund 16 Prozent auf etwa 92 Dollar ab – der niedrigste Stand seit Mitte März.

Zuvor hatten Kriegsängste und die faktische Blockade dieser wichtigen Route die Preise massiv nach oben getrieben. Die Straße von Hormus gilt als zentrale Schlagader des Weltölmarkts; normalerweise passiert hier rund ein Fünftel des global gehandelten Öls die Engstelle.

Experten warnen vor fragiler Lage

Trotz der aktuellen Erleichterung warnen Finanzexperten vor einer weiterhin extrem fragilen Situation. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski spricht von einem „Alles-oder-nichts-Moment“: „Eigentlich so, dass es nur noch Hopp-oder-Top gibt.“ Entweder komme es zur nachhaltigen Beruhigung – oder zu einer Eskalation mit massiven Folgen für die Weltwirtschaft.

„Die Märkte schauen wie das Kaninchen auf die Schlange“, so Brzeski weiter. Kapitalmarkt-Experte Matthew Keator vom Vermögensverwalter Keator Group fragt sich: „Wie viel davon ist Säbelrasseln und wie viel davon ist die Ankündigung dessen, was er tatsächlich tun wird?“

Risikofaktor nur vorübergehend entschärft

Klar ist: Mit der Waffenruhe verschwindet ein zentraler Risikofaktor für die globalen Finanzmärkte – zumindest vorerst. Sollte die Lage im Nahen Osten erneut kippen, könnte die aktuelle Rally an den Börsen ebenso schnell wieder vorbei sein, wie sie begonnen hat. Die Märkte bleiben entsprechend nervös und reagieren sensibel auf jede neue Entwicklung im Iran-Konflikt.

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