EU-Razzia bei Nutella-Hersteller: Verdacht auf Preis-Tricks
EU-Razzia bei Ferrero: Verdacht auf Preis-Tricks

Brüssel – Razzia beim Nutella-Hersteller Ferrero: Bereits am 15. April durchsuchten Ermittler der EU-Kommission die Büros des Süßwarenriesen. Der Verdacht betrifft Millionen Kunden: Wurden Preise in Europa künstlich hochgehalten? Ferrero bestätigte die Ermittlungen. „Wir kooperieren voll und ganz und stellen die angeforderten Informationen zur Verfügung“, teilte der Konzern mit.

Das wird Ferrero vorgeworfen

Im Mittelpunkt steht ein möglicher Trick im EU-Binnenmarkt. Die Kommission prüft: Hat Ferrero den Verkauf seiner Produkte wie Nutella so gesteuert, dass Händler sie nicht frei in Europa einkaufen und weiterverkaufen konnten? Die Folge wäre direkt im Supermarkt spürbar: Wenn Händler nicht dort einkaufen können, wo es am günstigsten ist, bleiben Preisunterschiede zwischen den Ländern bestehen. Genau das kritisieren Einzelhändler seit Jahren.

Der Preisunterschied im Supermarkt

Wer im Ausland einkauft, kennt das Phänomen. Für das gleiche Produkt wird in manchen EU-Ländern deutlich weniger verlangt als in anderen. Branchenvertreter vermuten: Ferrero könnte solche Unterschiede gezielt abgesichert haben. Kinder-Überraschung, Ferrero Rocher und Hanuta: Auch diese Produkte gehören zu Ferrero.

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Die EU prüft deshalb, ob Ferrero den Wettbewerb eingeschränkt und den freien Handel innerhalb Europas gebremst hat. Für Kunden bedeutet das vor allem eines: weniger Wettbewerb und damit weniger Druck auf die Preise. Produkte könnten dadurch teurer bleiben, als sie es in einem offenen Markt wären.

So teuer kann es für Ferrero werden

Die Razzia ist dabei nur der erste Schritt. Solche Durchsuchungen stehen meist am Anfang eines längeren Verfahrens. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Ferrero empfindliche Strafen. Die EU prüft deshalb, ob Ferrero den Wettbewerb eingeschränkt hat und Händler nicht mehr frei handeln konnten. Das wären im Fall von Ferrero bis zu rund 1,9 Milliarden Euro. In der Praxis wird dieser Rahmen aber nur selten ausgeschöpft.

Zunächst hatte die Kommission nur von einer Razzia bei einem nicht genannten Schokoladenhersteller gesprochen. Laut Bloomberg richtete sich die Untersuchung gegen Ferrero. Der Handelsverband Eurocommerce begrüßte das Vorgehen der Behörden. Solche Methoden müssten konsequent verfolgt werden, um fairen Wettbewerb sicherzustellen.

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