Die Unicredit treibt ihre Übernahmepläne für die Commerzbank weiter voran. Die italienische Großbank, die bereits knapp 30 Prozent der Anteile an dem Frankfurter Dax-Konzern kontrolliert, hat nun ein offizielles Kaufangebot vorgelegt. Wie die Unicredit in Mailand mitteilte, können Aktionäre der Commerzbank bis zum 16. Juni ihre Aktien gegen neue Unicredit-Papiere eintauschen.
Details des Angebots
Für jede Commerzbank-Aktie bietet die Unicredit 0,485 neue eigene Aktien. Das Angebot gilt für sämtliche Anteile des Frankfurter Instituts, die die Italiener noch nicht besitzen. Die Unicredit erwartet jedoch nicht, damit die Kontrollmehrheit bei der Commerzbank zu erlangen. Dennoch zeigt der Schritt, dass die Mailänder Bank ihre Position bei der Commerzbank weiter ausbauen will.
Widerstand aus Frankfurt und Berlin
Die Commerzbank wehrt sich seit Monaten gegen eine drohende „feindliche“ Übernahme durch die Unicredit. Auch die deutsche Politik steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Die Bundesregierung hatte bereits mehrfach Bedenken geäußert, da die Commerzbank als systemrelevantes Institut gilt. Ob der Widerstand ausreicht, um die Übernahme zu verhindern, bleibt abzuwarten.
Die Unicredit hatte in den vergangenen Monaten schrittweise ihren Anteil an der Commerzbank aufgestockt und hält nun knapp 30 Prozent. Mit dem aktuellen Angebot will sie ihre Kontrolle weiter ausbauen. Analysten sehen darin einen strategischen Schritt, um die Präsenz in Deutschland zu stärken.
Bis zum Ablauf der Angebotsfrist am 16. Juni müssen die Aktionäre der Commerzbank entscheiden, ob sie auf das Tauschgeschäft eingehen. Sollte die Unicredit die Mehrheit erlangen, könnte dies weitreichende Folgen für die deutsche Bankenlandschaft haben.



