Chemie-Rettung in Leuna: Schulze lobt „sehr, sehr gute Lösung“ für Domo-Töchter
Für zwei der drei insolventen deutschen Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals wurde eine Rettungslösung gefunden. Ministerpräsident Sven Schulze zeigte sich mit der sogenannten „Leuna-Lösung“ äußerst zufrieden. „Für uns als Land ist das jetzt eine sehr, sehr gute Lösung, die hier präsentiert wurde“, betonte der CDU-Politiker.
Neue Auffanggesellschaft übernimmt Werk in Leuna
Dem Chemiewerk in Leuna drohte nach der Insolvenz der Domo-Töchter die Stilllegung. Nun wurde bekannt, dass das Werk an eine neu gegründete Auffanggesellschaft übertragen wurde. Diese Gesellschaft, getragen von InfraLeuna und dem auf dem Gelände des Chemieparks ansässigen Unternehmen Leuna-Harze, will zunächst die Wirtschaftlichkeit des Standorts wiederherstellen.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte mit, dass 436 der zuletzt rund 500 Domo-Beschäftigten übernommen werden sollen. Damit bleibt der Großteil der Arbeitsplätze am Standort Leuna erhalten.
Dritte Tochterfirma in Brandenburg sucht weiter nach Investor
Domo Chemicals hatte Ende des vergangenen Jahres Insolvenz für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg angemeldet. Die Firma in Brandenburg ist nicht Teil der Auffanglösung. Das in Premnitz ansässige Unternehmen mit rund 70 Beschäftigten wird im Insolvenzverfahren vorerst durch den Insolvenzverwalter fortgeführt. Es wird aktiv nach Investoren gesucht, und Flöther zeigte sich optimistisch, dass auch hier eine Rettung möglich wird.
Schulze: Domo als Herzstück der chemischen Industrie
Ministerpräsident Schulze erinnerte daran, dass seit den Weihnachtsfeiertagen nicht immer klar war, ob eine Rettungslösung gefunden werden würde. Als damaliger Wirtschaftsminister des Landes sei er zu Beginn über den Zustand des Unternehmens entsetzt gewesen. „Sie sollten wissen, dass Domo eines der Herzstücke in der gesamten chemischen Industrie hier in Sachsen-Anhalt und auch relevant für Deutschland ist“, unterstrich er.
Mit dem Fall Domo habe sich gezeigt, dass Lösungen gefunden werden können, wenn sie dringend benötigt werden. Das Land Sachsen-Anhalt hatte im Januar aus Gründen der Gefahrenabwehr entschieden, einen Notbetrieb zu finanzieren, um die Produktion aufrechtzuerhalten.
Rechtliche Absicherung und neue Firmierung
Domo stellt vor allem Kunststoffe her, die unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet werden. Das Insolvenzverfahren über die drei deutschen Unternehmen von Domo Chemicals wurde am Mittwoch eröffnet, wodurch vorab unterschriebene Verträge rechtliche Gültigkeit erlangten.
Das Unternehmen firmiert nun als Leuna Polyamid GmbH. Diese Neustrukturierung markiert einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Chemiestandorts und sichert zahlreiche hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region.



