Wacker-Stellenabbau: Unruhe im Werk Nünchritz wächst - Beschäftigte fordern Klarheit
Wacker-Stellenabbau: Unruhe in Nünchritz wächst

Wacker-Stellenabbau: Unruhe im Werk Nünchritz wächst - Beschäftigte fordern Klarheit

Im sächsischen Werk Nünchritz des Münchner Chemiekonzerns Wacker AG herrscht weiterhin große Unsicherheit über den geplanten Stellenabbau. Die Beschäftigten warten auf genauere Informationen, während Betriebsräte verbindliche Zusagen gegen betriebsbedingte Kündigungen fordern. Die Situation bleibt unklar, was zu wachsender Beunruhigung unter den Mitarbeitern führt.

Betriebsräte drängen auf verbindliche Zusagen

Der Betriebsratsvorsitzende Göran Gust betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Dresden, dass jede weitere Woche des Wartens auf Informationen zu zusätzlichen Gerüchten und weiterer Verunsicherung führe. „Die Ungewissheit belastet die Belegschaft enorm“, erklärte Gust. Alle Betriebsräte im Konzern drängen darauf, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden müssen. Derzeit berät der Konzernwirtschaftsausschuss über die angedachten Maßnahmen, doch konkrete Ergebnisse stehen noch aus.

Unternehmen plant massive Einsparungen

Die Wacker AG hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, jährlich 300 Millionen Euro einsparen zu wollen. Dafür plant das Unternehmen, insgesamt 1.500 Stellen zu streichen, wobei der Großteil davon an deutschen Standorten betroffen sein soll. Erste Maßnahmen sollen im ersten Quartal dieses Jahres umgesetzt werden. Diese Pläne stehen im Zusammenhang mit einem Verlust von rund 800 Millionen Euro, den das im MDax gelistete Unternehmen Ende Januar nach vorläufigen Zahlen bekanntgegeben hatte.

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Nünchritz als effizienter und moderner Standort

Eine Unternehmenssprecherin verwies auf laufende Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und betonte, dass der Zeitpunkt für genauere Informationen vom Fortschritt dieser Gespräche abhänge. Das Werk in Nünchritz beschäftigt nach Unternehmensangaben mehr als 1.500 Menschen und ist damit der größte Chemiearbeitgeber Sachsens. Das Werk gilt als effizienter und moderner Standort und spielt eine zentrale Rolle in der Herstellung von Siliconen und hochreinem Polysilicium.

Zusätzlich zu den Beschäftigten in Nünchritz unterhält Wacker einen Biotechnologie-Standort in Halle (Sachsen-Anhalt) mit 250 Mitarbeitern. Das Nünchritzer Werk ist auch ein wichtiger Ausbildungsort mit jährlich über 80 Auszubildenden. Das Unternehmen beliefert unter anderem die Automobil-, Halbleiter- und Bauindustrie, was seine strategische Bedeutung unterstreicht.

Auswirkungen auf die Region

Die geplanten Stellenstreichungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die Region haben, da Wacker nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Die Unsicherheit unter den Beschäftigten spiegelt sich in der gesamten Belegschaft wider, die auf klare Kommunikation und faire Lösungen hofft. Die Betriebsräte bleiben in ihren Forderungen nach Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter hartnäckig, während das Unternehmen zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und sozialer Verantwortung abwägen muss.

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