Dalkendorf: Biogasanlage wird abgeschaltet – 40 Haushalte betroffen
Dalkendorf: Biowärme-Netz vor dem Aus

In Dalkendorf bei Teterow steht eine bedeutende Veränderung bevor: Die Biogasanlage des Landwirtschaftsbetriebs BGA Dalkendorf GmbH wird zum Jahresende 2026 abgeschaltet. Damit fällt die Abwärme weg, die das örtliche Nahwärmenetz versorgt hat. Rund 40 Haushalte sind davon betroffen. Das Netz wird zum Januar 2027 stillgelegt. Grund ist das Auslaufen der EEG-Förderung für die 2006 in Betrieb genommene Anlage.

Wirtschaftliche Gründe für die Abschaltung

Geschäftsführer Wulf-Hinrich Hagge erklärt die Entscheidung mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die künftige Einspeisevergütung sei zu niedrig, zudem müsse die Anlage auf 40 Prozent Leistung reduziert werden. Unter diesen Bedingungen sei weder eine rentable Strom- noch Wärmebereitstellung möglich. Auch ein günstiger Wärmepreis und eine kontinuierliche Lieferung könnten nicht gewährleistet werden, so Hagge.

Wärmegenossenschaft informiert Mitglieder

Die Wärmegenossenschaft im Ort hat ihre Mitglieder über die Abschaltung und die Aufgabe des Netzes informiert. „Eine erfolgreiche Ära geht nach 13 Jahren zu Ende“, teilten die Vorstandsmitglieder Frank Stecker und Thomas Groth mit. Eine Umrüstung des Netzes, etwa auf Pellets oder Holzhackschnitzel, wäre mit Investitionen verbunden, die sich wirtschaftlich nicht rechnen. Viele Mitglieder der Genossenschaft seien Rentner und müssten nun eine neue Heizung finanzieren, berichten Stecker und Groth.

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Hohe Kosten für neue Heizungen

Als Beispiel nennt Groth ein Angebot für eine Wärmepumpe über 34.000 Euro. Ein Teil der Haushalte dürfte auf Gas- oder Ölheizungen ausweichen. In den ursprünglichen Wärmeverträgen war vorgesehen, die vorhandene Heizung im Haus zu behalten. Diese Anlagen sind jedoch häufig veraltet.

Umweltbelastung steigt künftig

Nach Angaben der Genossenschaft wurden durch das Wärmenetz jährlich rund 150 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Künftig sei wegen des erwarteten Einsatzes fossiler Energieträger mit höheren Emissionen zu rechnen. Auch der landwirtschaftliche Betrieb ist von der Entscheidung betroffen. Hagge hatte vor wenigen Jahren eine Getreidetrocknungsanlage gebaut, die mit der Abwärme der Biogasanlage lief. Künftig soll die Trocknung mit Öl erfolgen. Das verursache Mehrkosten von etwa 50.000 Euro, so der Landwirt. Die Biogasanlage hätte nach seinen Worten technisch noch etwa zehn Jahre betrieben werden können. Sie liefere Strom, wenn weder Wind noch Sonne zur Verfügung stünden; mittelfristig wäre zudem ein Akkuspeicher denkbar gewesen, um Leistungsspitzen abzufangen.

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