Energie-Notlage in Deutschland: Gas, Dünger und Kerosin drohen knapp zu werden
Deutschland steht möglicherweise vor einer neuen Energie-Notlage. Nach der Pandemie und dem Ukrainekrieg könnten nun Gas, Kerosin, Dünger und sogar Einweghandschuhe knapp werden. Die Industrie schlägt Alarm, doch Kanzler und Wirtschaftsministerin zeigen wenig Reaktion. Ein Bericht von Markus Becker, Benedikt Müller-Arnold, Martin U. Müller und Gerald Traufetter.
Die Lage ist ernst: Die Energieversorgung in Deutschland ist fragil. Experten warnen vor einer „größeren und hartnäckigeren“ Krise, als viele glauben. Besonders betroffen sind die Bereiche Gas, Düngemittel und Kerosin. Diese Produkte sind essenziell für die Industrie, die Landwirtschaft und den Luftverkehr.
Gas und Kerosin: Knappheit droht
Die Gasversorgung ist nach dem Wegfall russischer Lieferungen weiterhin angespannt. Zwar konnten alternative Quellen erschlossen werden, doch die Reserven sind gering. Auch Kerosin, das für Flugzeuge benötigt wird, könnte knapp werden. Die Raffineriekapazitäten sind begrenzt, und die Nachfrage steigt wieder.
Die Bundesregierung hat bisher keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um die Krise zu bewältigen. Kanzler und Wirtschaftsministerin vermeiden klare Aussagen und lassen die Industrie im Stich. Dabei sind die Auswirkungen bereits spürbar: Preise steigen, Lieferketten stocken.
Dünger und Einweghandschuhe: Weitere Engpässe
Nicht nur Energie, sondern auch Düngemittel könnten knapp werden. Die Produktion ist energieintensiv, und steigende Gaspreise machen sie unwirtschaftlich. Das hätte fatale Folgen für die Landwirtschaft. Auch Einweghandschuhe, die in Krankenhäusern und Laboren unverzichtbar sind, könnten fehlen, da sie aus Erdöl hergestellt werden.
Die Industrieverbände fordern ein schnelles Eingreifen der Politik. Sie verlangen Subventionen, strategische Reserven und eine bessere Krisenkommunikation. Doch die Regierung zögert. Dabei ist die Zeit drängend: Der Winter naht, und die Speicher sind nicht ausreichend gefüllt.
Die Autoren des Artikels, die für den SPIEGEL recherchiert haben, zeichnen ein düsteres Bild. Sie kritisieren die Untätigkeit der Bundesregierung und fordern mehr Engagement. Die Krise sei „größer und hartnäckiger, als viele glauben“. Es bleibe zu hoffen, dass die Politik endlich handle, bevor es zu spät sei.



