Letzter Kohle-Riese rollt durch Mitteldeutschland: Neun Kilometer in neun Tagen
Letzter Kohle-Riese rollt durch Mitteldeutschland

Letzter Kohle-Riese verlässt Schwerzau: Neun Kilometer Fahrt in neun Tagen

Im Mitteldeutschen Revier vollzieht sich ein bedeutender Schritt des Strukturwandels. Ein eiserner Riese von historischer Dimension hat seine letzte Reise angetreten. Der letzte Eimerkettenbagger zur Braunkohlengewinnung verließ am Dienstag das Abbaufeld Schwerzau im Mibrag-Tagebau Profen und machte sich auf den Weg in das nördliche Abbaufeld Domsen.

Ein Koloss in Bewegung

Pünktlich um 8.45 Uhr setzte sich der Bagger Typ 309 bei regnerischem Wetter in Bewegung. Mit einem Gewicht von 950 Tonnen und einer Länge von bis zu 60 Metern stellt das Großgerät eine technische Meisterleistung dar. Die Fahrtstrecke beträgt exakt neun Kilometer, die der Koloss in Schrittgeschwindigkeit innerhalb von neun Tagen zurücklegt.

Für Baggerfahrer Hoi Nam Nguyen, der seit 2003 bei der Mibrag beschäftigt ist, war dies kein gewöhnlicher Arbeitstag. Aus seinem Führerhaus in 20 Metern Höhe behält er den Überblick, unterstützt durch mehrere Kameras am Gerät. Ein fünfköpfiges Team begleitet den Transport am Boden und überwacht jeden Schritt der Operation.

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Symbolischer Akt des Wandels

Der Umzug des Baggers markiert nicht nur einen logistischen Vorgang, sondern steht symbolisch für den anhaltenden Kohleausstieg in der Region. Das verlassen Abbaufeld Schwerzau wird in etwa fünf Jahren geflutet und sich in den riesigen Schwerzauer See verwandeln. Diese Renaturierung ist ein zentraler Bestandteil der Nachfolgenutzung ehemaliger Tagebaue.

Die grüne Magistrale, eine wichtige Verkehrsader im Tagebau, wurde während des Transports überquert. Die Präzision der Planung und Ausführung unterstreicht die Erfahrung der Bergleute mit solchen Großgeräte-Verlegungen.

Perspektiven für die Zukunft

Während der Bagger in Domsen seine Arbeit fortsetzt, schreitet die Transformation des Mitteldeutschen Reviers unaufhaltsam voran. Die Region steht vor der Herausforderung, neue wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln und gleichzeitig ihre industrielle Vergangenheit würdig zu bewahren. Der Umzug des letzten Kohleriesen aus Schwerzau ist dabei ein sichtbares Zeichen des Übergangs.

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