Trump verkündet Feuerpause: Ölpreis stürzt dramatisch ab
Washington – In einer überraschenden Wendung hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump eine zweiwöchige Feuerpause im Konflikt mit dem Iran verkündet. Diese Ankündigung hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte und insbesondere auf den Ölpreis gezeigt. Die Hoffnung vieler Autofahrer auf sinkende Spritpreise ist damit neu entfacht, doch Experten bleiben skeptisch.
Börsen reagieren mit Erleichterungsrally
Schon in den frühen Morgenstunden des Mittwochs zeigte sich die Wirkung der politischen Ankündigung. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent brach um 13,13 Prozent auf 94,92 Dollar ein. Parallel sank der Preis für die US-Referenzsorte um 14,53 Prozent auf 96,54 Dollar. Diese Entwicklung löste an den asiatischen Finanzmärkten, die als erste nach der Nachricht öffneten, eine deutliche Rally aus.
In Tokio schnellte der Nikkei-Index um mehr als fünf Prozent nach oben, während der deutsche Leitindex Dax zum Handelsstart um satte fünf Prozent auf 24.033 Punkte zulegte. Die Erleichterung an den Märkten ist spürbar, denn mit der Feuerpause steigt die Erwartung, dass die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus bald enden könnte.
Reedereien bleiben skeptisch
Doch nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus. Reedereien äußern erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit der iranischen Zusagen. Mehr als 800 Schiffe sitzen derzeit noch im Persischen Golf fest und warten auf die Genehmigung zur Durchfahrt durch die Meerenge.
Seit Beginn des Konflikts kontrollieren die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Zusätzliche Verunsicherung brachten iranische Angriffe auf Ölanlagen in der Golfregion und auf Öltanker, die die Energiepreise in die Höhe trieben.
Jennifer Parker, Professorin am Defence and Security Institute der University of Western Australia, warnt: „Globale Schifffahrtsströme lassen sich nicht innerhalb von 24 Stunden wieder hochfahren. Tankereigner, Versicherer und Besatzungen müssen glauben, dass das Risiko tatsächlich gesunken ist – nicht nur pausiert.“
Was bedeutet dies für deutsche Autofahrer?
Die entscheidende Frage für Millionen deutsche Autofahrer lautet: Werden die Spritpreise nun tatsächlich sinken? Hier gibt es mehrere Faktoren zu bedenken:
- Das Bundeskartellamt beobachtet seit langem den sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt: Steigende Kosten schlagen sich schnell in den Preisen nieder, während sinkende Kosten nur langsam weitergegeben werden.
- Trotz der kürzlich eingeführten 12-Uhr-Regel an Tankstellen sind Benzin und Diesel in der vergangenen Woche nicht günstiger geworden – im Gegenteil.
- Laut ADAC nutzen Mineralölkonzerne die tägliche Preiserhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag, der bei unsicherer Lage besonders hoch ausfällt.
Die aktuelle Feuerpause ändert nichts an der grundsätzlich unsicheren geopolitischen Lage. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass es zu einer nachhaltigen Senkung der Spritpreise kommt. Wenn überhaupt, dürfte es sich um eine kurzfristige Entspannung an den Zapfsäulen handeln, die nicht von Dauer sein wird.
Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie abhängig die Energiepreise von geopolitischen Ereignissen sind und wie komplex die Mechanismen der Preisfindung an den Tankstellen tatsächlich sind. Autofahrer sollten sich daher nicht zu früh freuen – eine dauerhafte Entlastung an der Zapfsäule ist trotz des Ölpreisverfalls nicht in Sicht.



