Offshore-Windkraft: 2030-Ausbauziel wird voraussichtlich verfehlt
Offshore-Windkraft: 2030-Ziel wird verfehlt

Offshore-Windkraft: 2030-Ausbauziel wird voraussichtlich verfehlt

Die Bundesregierung wird das ambitionierte Ausbauziel für die Windkraft in der Nord- und Ostsee bis zum Jahr 2030 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Diese ernüchternde Prognose stammt von Deutschlands zentraler maritimer Behörde, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit Hauptsitzen in Hamburg und Rostock.

BSH bestätigt Befürchtungen der Verbände

„Tatsächlich wird es wohl so sein, dass wir Ende 2030 nicht die geforderten 30 Gigawatt erreicht haben werden“, erklärte Kai Trümpler, der im BSH die Unterabteilung für räumliche Planung leitet. Er betonte, dass bereits während der Formulierung der Ausbauziele klar gewesen sei, wie ambitioniert diese Vorgaben tatsächlich sind. Trümpler geht davon aus, dass das wichtige Ziel erst 2031 oder 2032 – also mit einer Verspätung von ein bis zwei Jahren – realisiert werden kann.

Dennoch bewertet der BSH-Experte die bisherigen Anstrengungen positiv: „Ich muss sagen, auch das halte ich noch für eine wirklich großartige Leistung der deutschen Bundesregierung, der deutschen Verwaltung, das in dieser kurzen Zeit zu stemmen.“

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Gesetzliche Ziele und aktuelle Leistung

Das gesetzlich festgelegte Ziel der Bundesregierung sieht vor, die Kapazität zur Stromerzeugung aus Windenergie auf See bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt auszubauen. Seit der Inbetriebnahme des ersten deutschen Offshore-Windparks im Jahr 2010 ist die Gesamtleistung der Anlagen kontinuierlich gestiegen und erreicht aktuell 10,2 Gigawatt.

Die langfristigen Planungen der Regierung umfassen weitere Ausbauetappen: Bis 2035 soll eine Leistung von 40 Gigawatt erreicht werden, und bis zum Jahr 2045 sind sogar 70 Gigawatt vorgesehen. Interessanterweise geht das BSH davon aus, dass das 2035-Ziel möglicherweise bereits 2034 mit etwa 42 Gigawatt übertroffen werden könnte.

Kritik von Industrieverbänden

Bereits Anfang dieses Jahres hatten verschiedene Industrieverbände öffentlich ihre Befürchtungen geäußert, dass das 2030-Ausbauziel nicht termingerecht erreicht werden würde. Als Hauptgründe nannten die Verbände verzögerte Netzanschlüsse sowie ein erkennbares Desinteresse von Unternehmen an bestimmten Ausschreibungsflächen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie spielt bei der Offshore-Windkraft-Entwicklung eine zentrale Rolle. Die Behörde ist nicht nur für die Planung der Standorte auf Nord- und Ostsee verantwortlich, sondern auch für die Prüfung, Zulassung und Überwachung aller Windenergieanlagen in deutschen Gewässern.

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