Reiche will Gasversorgung mit neuem Kriseninstrument absichern
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant die Einführung eines speziellen Kriseninstruments für die deutsche Gasversorgung. Dies soll insbesondere für außergewöhnliche Notfälle wie mögliche Sabotageakte gelten und spätestens zum Winter 2027 bereitstehen.
Strategische Gasreserve nach österreichischem Vorbild im Fokus
Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte Reiche, dass verschiedene Optionen geprüft werden. Dabei steht eine strategische Gasreserve nach dem Vorbild Österreichs besonders im Mittelpunkt der Überlegungen. Die Ministerin betonte jedoch, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde.
„Wir prüfen sehr genau, welches das geeignete Kriseninstrument ist“, sagte Reiche auf die Frage nach der österreichischen Lösung. Sie wies darauf hin, dass zwischen normalem Marktgeschehen und außergewöhnlichen Krisensituationen klar unterschieden werden müsse.
Kritik an Vermischung von Markt und Krisenszenarien
Die Wirtschaftsministerin kritisierte, dass einige Stimmen bewusst beide Fälle vermischen würden. Dies gelte insbesondere für die aktuelle Diskussion über die Füllstände der deutschen Gasspeicher. Reiche betonte, dass für den kommenden Winter ausreichend Einbuchungen in die Speicher vorhanden seien und die Versorgung über verschiedene Lieferwege gesichert sei.
Das geplante Kriseninstrument soll speziell für Situationen entwickelt werden, die durch externe Faktoren wie Sabotage ausgelöst werden könnten. Damit reagiert die Bundesregierung auf die gestiegene Unsicherheit in der europäischen Energieversorgung.
Hintergrund der Diskussion
Die Debatte um die deutsche Gasversorgungssicherheit hat in den letzten Monaten an Intensität gewonnen. Während die aktuellen Speicherstände als ausreichend bewertet werden, besteht bei Experten Einigkeit über die Notwendigkeit zusätzlicher Absicherungsmechanismen für extreme Krisenfälle.
Das österreichische Modell einer strategischen Gasreserve gilt dabei als möglicher Ansatz, der auch für Deutschland interessant sein könnte. Die endgültige Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung des Kriseninstruments steht jedoch noch aus und wird in den kommenden Monaten erwartet.



