Der multinationale Energiekonzern Total hält seinen Spritpreis-Deckel für Frankreich aufrecht, solange die Krise im Nahen Osten infolge des Irankriegs andauert. Für den Monat Mai wird der Preis für Benzin auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter gedeckelt, wie Total in Paris mitteilte. Diese Höchstpreise gelten bereits seit dem 8. April an den 3300 Tankstellen des Konzerns in Frankreich.
Feiertagsrabatte und flexible Preise
Während der langen Wochenenden rund um den 1. Mai und den 8. Mai, dem Feiertag zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wird der Dieselpreis auf 2,09 Euro gedeckelt. Zudem verpflichtet sich das Unternehmen, bei einer günstigen Entwicklung der internationalen Ölpreise jede Preissenkung bei Diesel und Benzin unverzüglich an die Kunden weiterzugeben.
Premierminister fordert Teilhabe an Gewinnen
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hatte den Energieriesen am Vortag aufgefordert, die Verbraucher an den kräftig gestiegenen Gewinnen teilhaben zu lassen. Hintergrund sind die Quartalszahlen von Total: Der Konzern steigerte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 50 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.
Der Preisdeckel sorgt laut französischen Medienberichten für gut frequentierte Total-Tankstellen, da die Preise bei der Konkurrenz tendenziell höher sind. Normalerweise ist das Verhältnis umgekehrt. Die Festpreise bei Total liegen auf einem Niveau, das mit den aktuellen Preisen an deutschen Tankstellen vergleichbar ist. Am 30. April kostete ein Liter Super E10 in Deutschland 2,12 Euro – drei Cent mehr als bei Total in Frankreich. Deutsche Kunden zahlten für einen Liter Diesel 2,21 Euro, etwas weniger als der Total-Preisdeckel von 2,25 Euro. Vom 1. bis zum 8. Mai gilt jedoch ein Dieselpreis von 2,09 Euro an Total-Tankstellen.
Historischer Preisdeckel und neue Steuerentlastung
Der französische Energieriese hatte bereits 2022 nach Beginn des Ukrainekriegs eine Preisobergrenze für Kraftstoffe eingeführt. Laut dem Portal „20 minutes“ soll der damalige Preisdeckel Total zwischen 500 und 600 Millionen Euro gekostet haben. In Deutschland gelten seit dem 1. Mai niedrigere Steuern für Benzin und Diesel. Der bis Ende Juni befristete Tankrabatt soll Autofahrer entlasten, seine Einführung ist jedoch umstritten. Die Spritsteuern wurden nach einem Gesetz der schwarz-roten Koalition um 16,7 Cent pro Liter gesenkt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat mehrfach die Erwartung geäußert, dass diese Senkung vollständig an den Tankstellen weitergegeben wird. Allerdings sind die Tankstellen nicht zu bestimmten Reduzierungen verpflichtet. Der Steuerrabatt greift für Kraftstoffe, die nach Mitternacht Raffinerien und große Tanklager verlassen. Beobachter erwarten daher, dass die Preise an den Zapfsäulen erst mit Verzögerung sinken, wenn zunächst noch Sprit verkauft wird, der mit dem höheren regulären Satz versteuert wurde.



